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IG Metall-Chef Hofmann : "Die Klimaziele sind ein Fake"

IG Metall-Chef Jörg Hofmann kritisiert die Klimapolitik der EU: Die Voraussetzungen zum Erreichen des CO2-Ziels seien nicht gegeben.

Jörg Hofmann ist seit drei Jahren Vorsitzender der IG Metall, mit 2,3 Millionen Mitgliedern die größte deutsche Gewerkschaft.
Jörg Hofmann ist seit drei Jahren Vorsitzender der IG Metall, mit 2,3 Millionen Mitgliedern die größte deutsche Gewerkschaft.Foto: Thilo Rückeis

Die Vorgaben der EU für die Autoindustrie bis 2030 sind nach Einschätzung der IG Metall illusorisch. "Dieses Ziel ist nicht ausgereift", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann dem Tagesspiegel. Natürlich seien 35 Prozent weniger CO2 für das Klima besser als 30 Prozent. "Ich kann mir bei den Zeiträumen für Planungsverfahren in Deutschland, etwa für notwendige Investitionen in Verteilnetze, nicht vorstellen, wie das erreicht werden soll", sagte Hofmann mit Blick auf Elektroautos, deren Anteil gravierend steigen muss, damit die Autoflotte insgesamt weniger CO2 ausstößt. "Ziele, die von vorne herein Fakes sind, weil die Voraussetzungen zu ihrer Erreichung nicht geklärt sind, schaden einer anspruchsvollen Klimapolitik", kritisierte Hofmann die Politik.

Batterien werden teurer

Im Moment würden die Batteriepreise "nach oben knallen". Eine verlässliche Rohstoffversorgung für Batteriezellen sei eine ungelöste Frage. "Und was ist mit dem Strommix und den Strompreisen?

Wir werden in den 2020er Jahren noch viel Kohlestrom brauchen. Im Moment ist Elektromobilität deutlich CO2-intensiver als der Verbrennungsmotor. Und das wird sich zumindest bis 2025 auch nicht wesentlich ändern", glaubt der Gewerkschafter. "Statt Wünsch-dir-Was ist die Politik gefordert, hier seriös zu spielen. Schließlich sind hunderttausende Arbeitsplätze vom Strukturbruch betroffen."

"Deutschland braucht eine Zellenfertigung"

Der IG Metall Vorsitzende betonte die Notwendigkeit einer Batteriezellenfertigung in Deutschland. "Wir werben seit vielen Jahren dafür, und jetzt kommt Schwung in das Thema." Auch deshalb, weil die Zellen- und Batteriepreise steigen. Wirtschaftsminister Altmaier bemühe sich gerade um ein Industriekonsortium, "aber ich gehe davon aus, dass auch die großen Hersteller und Zulieferer hier investieren werden, um die Abhängigkeit von asiatischen Lieferanten nicht zu groß werden zu lassen", sagte Hofmann, der auch im Aufsichtsrat von VW sitzt. "Die Batteriefertigung in Deutschland steht symbolhaft für die Frage: Kann Deutschland und Europa seine industrielle Innovationskraft sichern, oder geraten wir in Abhängigkeit von anderen globalen Playern", sagte Hofmann dem Tagesspiegel.

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