Kazuo Kashio : Mister Casio ist tot

Kazuo Kashio und seine Brüder wurden reich mit Taschenrechnern, Armbanduhren und Kameras.

Bestseller G-Shock. Mehr als 100 Millionen bunte Uhren verkaufte Casio unter Führung von Gründer Kazuo Kashio.
Bestseller G-Shock. Mehr als 100 Millionen bunte Uhren verkaufte Casio unter Führung von Gründer Kazuo Kashio.Foto: picture alliance/AP Photo

Noch im Alter von 89 Jahren leitete Mitbegründer Kazuo Kashio als Vorstandsvorsitzender die Geschicke von Casio. Die Ursprünge des Unternehmens hätten kaum erahnen lassen, dass es über Jahrzehnte den Elektronikmarkt prägen würde. Erstes Produkt der Japaner war 1946 ein Zigarettenhalter. Gut zehn Jahre später benannten Kashio und seine drei Brüder die Firma ihres Vaters in Casio Computer um. Kashio und Casio werden im japanischen gleich gesprochen, die neue Schreibweise sollte aber den internationalen Erfolg befördern.

Casio-Uhren prägten eine Generation

1957 hatte das Unternehmen mit der Serienproduktion von Rechenmaschinen begonnen, es folgten Anfang der Siebziger Jahre die ersten Taschenrechner. Zu dieser Zeit brachte Casio auch die ersten digitalen Armbanduhren heraus, die mit immer mehr Zusatzfunktionen bis hin zum Taschenrechner mit eigener Tastatur erweitert wurden und bis in die Achtziger Jahre viele Handgelenke schmückten. Auf die eckigen Uhren folgte 1983 die bis heute populäre G-Shock-Reihe. Von den runden, robusten Modellen wurden seither mehr als 100 Millionen Stück verkauft.

Erste Digitalkamera mit Bildschirm

Eine weitere Innovation präsentierten die Japaner, als sie 1995 ins Geschäft mit Digitalkameras einstiegen: Casio entwickelte das erste Modell mit einem Bildschirm auf der Rückseite, auf dem man die Fotos vorab sehen konnte. Weniger erfolgreich verlief das Geschäft mit Mobiltelefonen und wurde vor einigen Jahren mit den entsprechenden Sparten von Hitachi und NEC fusioniert. Zur heutigen Produktpalette gehören auch Keyboards und andere elektronische Musikinstrumente. Insgesamt erzielte das börsennotierte Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro und beschäftigte mehr als 12 000 Mitarbeiter.

Über 27 Jahre hatte Kashio das Unternehmen geleitet. Nun teilte Casio mit, dass er am Montag gestorben ist. Zwei weitere der vier Brüder sind auch bereits verstorben. Die Nachfolge dürfte Kashios Sohn Kazuhiro Kashio antreten, der bereits seit 2015 die Rolle des Präsidenten übernommen hat und das Tagesgeschäft bei Casio leitet.

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