Kooperation mit Allygator : ADAC bietet Gratis-Shuttle in Berlin

Zusammen mit einem Start-up chauffiert der Autoclub ab heute umsonst durch die Hauptstadt. Wann und wo gilt das Angebot?

In Berlin am Start. Door-2-Door-Chef Kirschbaum (l.) und ADAC-Geschäftsführer Möller vor einem Allygator-Bus.
In Berlin am Start. Door-2-Door-Chef Kirschbaum (l.) und ADAC-Geschäftsführer Möller vor einem Allygator-Bus.Foto: promo

Kostenlos mit dem ADAC durch Berlin: Von diesem Freitag an ist das möglich. Für zunächst drei Monate wird Europas größter Autoclub mit dem Berliner Ridesharing-Anbieter Door-2-Door Fahrgäste mit insgesamt 25 Fahrzeugen kostenlos chauffieren – jeden Freitag und Samstag innerhalb des S-Bahn-Rings von 17 bis 1 Uhr. Der Door-2-Door-Fahrdienst Allygator ist bislang im Ostteil der Hauptstadt unterwegs. Die beiden Unternehmen werden ihre Kooperation an diesem Freitag in Berlin bekannt geben.

„Der ADAC entwickelt sich vom Pannenhelfer zum Mobilitätshelfer weiter“, sagte ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller dem Tagesspiegel. Die Kernleistung Pannenhilfe werde gleichwohl nicht vernachlässigt. Als Verein werde der Autoclub auch kein kommerzieller Mobilitätsanbieter. „Wir bringen kein Car- oder Ridesharing auf die Straße. Operativ ist Door-2-Door tätig“, sagte Möller. Der ADAC sei lediglich „starker Partner im Hintergrund“. Der Club verspricht sich einen Imagegewinn, Door-2-Door setzt auf zusätzliche Kunden aus der ADAC-Mitgliederkartei. „Wir freuen uns, dass wir mit dem ADAC einen Partner gefunden haben, mit dem wir die bestehenden Mobilitätslücken in Berlin wirksam schließen können“, sagte Tom Kirschbaum, Gründer und Geschäftsführer von Door-2-Door. Im vergangenen Jahr hatten die Berliner eine ähnlich Kooperation mit den Duisburger Verkehrsbetrieben geschlossen.

25 Fahrzeuge, drei davon elektrisch, und 120 Sitzplätze

Die Berliner und Berlinerinnen sollen nun mit Gratisfahrten gelockt werden. Bei Allygator, dessen On-Demand-Shuttles per App gebucht werden können, fallen eigentlich fünf Cent pro Kilometer an. Ein Tarif, der keinen Gewinn abwirft. Nur deshalb ist der Fahrdienst gemäß Personenbeförderungsgesetz erlaubt. Der ADAC gleicht Allygator den Einnahmeausfall für drei Monate aus. Die Shuttles funktionieren wie moderne Sammeltaxis: Die Routen entstehen ohne Fahrplan und feste Streckenführung. Fahrgäste, die in die gleiche Richtung wollen, können unterwegs zu- und aussteigen. Von den 25 eingesetzten Fahrzeugen sind nach Angaben von Möller 22 Kleinbusse, Mercedes Vito und V-Klasse, sowie drei elektrische i3s von BMW. Zusammen ergeben sich so rund 120 Sitzplätze.

„Wir wissen noch zu wenig über das persönliche Mobilitätsverhalten der Menschen“, sagte ADAC-Geschäftsführer Möller. „Für 90 Prozent von ihnen sind die Wege täglich nahezu gleich. Aber wie verändert sich das in Zukunft? Und was ist mit den restlichen zehn Prozent?“ Hier wolle der Autoclub Erfahrungen im größten deutschen Ballungsraum sammeln.

Konkurrenz zu Clever-Shuttle und Daimler/BVG

In der Stadt sind bereits einige On-Demand-Dienste unterwegs. Clever-Shuttle setzt seine Elektroautos zusammen mit der Deutschen Bahn ein. Die BVG schloss kürzlich eine Ridesharing-Kooperation mit Daimler, zusammen bringen sie „Berlkönig“ genannten Vans auf die Straße. Auch Volkswagen hat seine Mobilitäts-Tochter Moia in Berlin angesiedelt, die einen On-Demand- Dienst mit Elektrofahrzeugen aufbaut. An den Start geht Moia damit allerdings zunächst in Hannover und im Laufe des Jahres in Hamburg.

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