Nach Irrtum der Deutschen Börse : Rocket Internet muss M-Dax verlassen

Der Deutschen Börse ist bei der Zusammensetzung des M-Dax ein Fehler unterlaufen: Statt der Aareal Bank muss die Berliner Internetschmiede den Index verlassen.

Rocket Internet mit Hauptsitz in Berlin ist investiert in Start-uos und baut selber welche auf.
Rocket Internet mit Hauptsitz in Berlin ist investiert in Start-uos und baut selber welche auf.Foto: dpa

Es ist eine Panne mit Folgen. Die Deutsche Börse hat sich bei der Überprüfung vom M-Dax geirrt. Am Donnerstagabend hatte sie verkündet, dass die Aareal Bank den Index für die mittelgroßen Werte verlassen muss. Am Wochenende folgte nun die Berichtigung: „Aareal Bank AG bleibt im M-Dax“, schrieb die Deutsche Börse. Stattdessen steige die Berliner Internetschmiede Rocket Internet ab. Die zuvor gemachten Angaben seien „nicht korrekt“.

Wie es zu der Verwechslung kommen konnte, ist noch offen. Die Deutsche Börse sucht Berichten zufolge noch nach der Ursache. Welches Unternehmen in welchem Index vertreten ist, folgt eigentlich klaren Regeln. Entscheidend sind dabei Börsenwert und Umsatz: also wie viel ein Konzern am Aktienmarkt wert ist und wie stark die Aktien zuletzt gehandelt worden sind. Die Entscheidung fällt auf Basis dieser Daten der Computer – das laufe „vollständig automatisiert“, schreibt die Börse.

Für sie kann die Panne im Zweifel nun teuer werden. So könnten Anleger sie verklagen, die sich aufgrund der Nachricht von Donnerstagabend für oder gegen den Kauf einer der betroffenen Aktien entschieden haben. Wichtig ist die Änderung auch für Fonds, die auf den M-Dax setzen: Sie müssen entsprechend Papiere zu- oder verkaufen.

Rocket Internet will ohnehin die Börse verlassen

Für Rocket Internet ist der Abstieg aus dem M- in den S-Dax hingegen nicht dramatisch. Der Vorstand hat ohnehin gerade erst verkündet, das Unternehmen von der Börse nehmen zu wollen. Beschlossen werden soll das auf einer Hauptversammlung am 24. September. Dass der Abstieg aus dem M-Dax am geplanten Delisting liegt, gilt als unwahrscheinlich. Zum einen stand das bereits am Donnerstag fest, als die Börse die Indexanpassung verkündete. Zum anderen hätte der Schritt ohnehin erst nach der Zustimmung der Aktionäre berücksichtigt werden dürfen. mit dpa/rtr

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