Patente für autonomes Fahren : Deutsche führend bei Roboterautos

Fast die Hälfte aller weltweiten Patente zum autonomen Fahren stammt von deutschen Autokonzernen oder deren Zulieferern.

Hände weg. Noch sind fahrerlose Autos Gegenstand von Forschung und Entwicklung.
Hände weg. Noch sind fahrerlose Autos Gegenstand von Forschung und Entwicklung.Foto: Federico Gambarini/dpa

Deutsche Autohersteller und -zulieferer halten fast die Hälfte aller weltweiten Patente zum autonomen Fahren. Die Branche hat damit im vergangenen Jahr ihre Führungsrolle im Wettbewerb mit ausländischen Konkurrenten, vor allem aber mit Technologiekonzernen wie Google oder Apple, behauptet. Dies geht aus einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt.

Google kommt nur auf ein Drittel der Bosch-Patente.
Google kommt nur auf ein Drittel der Bosch-Patente.

Danach entfielen Ende des vergangenen Jahres 48,8 Prozent aller Patente zum autonomen Fahren auf deutsche Unternehmen. Mit einem Anteil von 73,3 Prozent besonders stark sind die deutschen Zulieferer. So führt Bosch, der größte Autozulieferer der Welt, die Liste der Patent-Weltmeister mit insgesamt 1101 Patenten an. Auf Platz zwei mit 981 Patenten folgt der Volkswagen-Konzern mit den Marken VW, Audi und Porsche. Rang drei belegt der US-Autobauer Ford (602), gefolgt von General Motors (483) und Continental (482). Erst auf Platz neun folgt Google Waymo mit 391 Patenten.

US-Konzerne holen auf

„Die These, dass Technologiekonzerne wie Google die deutsche Automobilindustrie beim Thema autonomes Fahren überrollen werden, lässt sich weiterhin nicht belegen“, sagte IW-Geschäftsführer und Wissenschaftsleiter Hubertus Bardt. Allerdings dürften sich die deutschen Unternehmen nicht ausruhen. „Die anderen Hersteller und Zulieferer schlafen nicht“, sagte Bardt. Insbesondere die US-Konzerne Ford und GM hätten aufgeholt.

Insgesamt ist der Anteil deutscher Unternehmen an den Patenten zum autonomen Fahren etwas geschrumpft, 2016 lag er noch bei 57 Prozent. „Das ist angesichts des hochkompetitiven Umfelds und der wachsenden Dynamik aber kein Einbruch“, sagte Bardt. Die IW-Analyse erstreckt sich auf den Zeitraum seit 2010 und stützt sich auf Daten der Patentscope-Datenbank.

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