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Quartalszahlen der Deutschen Bank : Stellenabbau als einziger Weg zum Gewinn

Das Ergebnis der Bank fiel im dritten Quartal zwar niedriger aus als im Vorjahr, allerdings höher als erwartet. Anleger sind trotzdem skeptisch.

Das Geldinstitut hält für das Gesamtjahr zum ersten Mal seit 2014 wieder einen Gewinn für möglich
Das Geldinstitut hält für das Gesamtjahr zum ersten Mal seit 2014 wieder einen Gewinn für möglichFoto: Arne Dedert/dpa

Vorstandschef Christian Sewing peilt zwar den ersten Gewinn der Deutschen Bank seit 2014 an. Nach dem Vorsteuer-Gewinn von 506 Millionen Euro im dritten Quartal spricht er von einem „weiteren Meilenstein auf dem unserem Weg zu eine nachhaltig profitablen Bank“. Doch die Börse und Analysten bleiben skeptisch, weil die Bank allein beim Kosten- und Personalabbau Fortschritte macht, bei den Einnahmen aber einen weiteren Rückgang hinnehmen musste.

Der Kurs der Aktie sackte am Mittwoch zeitweise um mehr als vier Prozent auf knapp 8,90 Euro ab. Analysten wie Markus Rießelmann von Independent Research rieten zum Verkauf des Papiers und erwarten einen weiteren Kursrutsch auf 8,50 Euro.

Tatsächlich musste die Bank im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten unter dem Strich deutliche Gewinneinbußen hinnehmen, auch wenn Analysten mit noch weniger gerechnet hatten. Im dritten Quartal blieben unter dem Strich 229 Millionen Euro übrig nach 649 Millionen im Vorjahresquartal. Nach Steuern waren es in den ersten neun Monaten 750 Millionen Euro, fast eine Milliarde weniger als im Vorjahreszeitraum.

Privatkundengeschäft im Minus

Im eigentlichen Bankgeschäft kommt das größte deutsche Geldhaus nicht voran: Die Erträge und damit die Einnahmen schrumpften zwischen Juni und September um neun Prozent, in der Investmentbank sogar um 13 Prozent. Auch im Privatkundengeschäft lief es mit einem Minus von drei Prozent nur holprig. Und die Fondstochter DWS musste im dritten Quartal Mittelabflüsse von 2,7 Milliarden Euro verkraften.

Erfolge sieht Sewing aber beim Abbau der Kosten, die leicht gesunken sind. Auch beim Stellenabbau kommt die Bank wie geplant voran. Ende September zählte das Institut weltweit noch 94 717 Vollzeitstellen, davon 42 039 in Deutschland. Das waren weltweit gut 2800 weniger als Ende 2017. In Deutschland wurden knapp 500 Stellen gestrichen. Der Stellenabbau wird weitergehen. Bis Ende 2019 sollen es bei der Bank weltweit deutlich weniger als 90 000 Vollzeit-Arbeitsplätze sein.

Abstand zur Konkurrenz in den USA wir immer größer

Sewing räumt ein, „dass die Wende bei den Erträgen auf sich warten lässt.“ Trotzdem könne sich die Bilanz der vergangenen sechs Monate seit seinem Amtsantritt sehen lassen. „Wir spüren inzwischen eine neue Disziplin in der Bank. Nun sind wir wieder in einer Position, aus der wir angreifen können“. Die Bilanz sei so stark wie selten zuvor. Im Investmentbanking gebe es „beeindruckende Erfolge“. In Europa sei man bei vier der fünf größten Börsengänge, unter anderem beim Bahnzulieferer Knorr-Bremse, federführend als Berater dabei gewesen. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, die Investmentbank sei erfolgreich unterwegs.

Der Bank-Chef ist überzeugt, dass die Kunden auf sein Institut setzen würden. Man sei in den vergangenen Monaten vorangekommen. „Doch wir dürfen uns nicht zurücklehnen, im Gegenteil. Wir brauchen ein starkes Jahresende“. Im vierten Quartal 2017 hatte die Deutsche Bank einen herben Verlust von 2,4 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Das will Sewing unbedingt vermeiden. Unterdessen wird der Abstand zu Konkurrenz in den USA immer größer. Dort verbuchte die JPMorgan Chase, die Nummer eins unter den US-Banken, allein im dritten Quartal einen Überschuss von umgerechnet 7,3 Milliarden Euro.

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