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Reaktion auf Absturz von PS752 : Lufthansa streicht alle Teheran-Flüge bis 20. Januar

Die deutsche Airline Lufthansa reagiert auf eine Empfehlung des Bundesluftfahrtamtes: Teheran soll vorerst nicht mehr angeflogen werden.

Airbus der Lufthansa auf dem Flughafen in Frankfurt am Main
Airbus der Lufthansa auf dem Flughafen in Frankfurt am MainFoto: Foto: Boris Roessler/dpa

Die Lufthansa hat bis zum 20. Januar vorsorglich alle Flüge nach Teheran gestrichen. Grund sei die unklare Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen der iranischen Hauptstadt, erklärte das Unternehmen am Freitag. In der Nähe von Teheran war am Mittwochmorgen eine Boeing 737 des Fluges PS752 der Ukraine International Airlines abgestürzt; zuletzt hatten sich Anzeichen für einen versehentlichen Abschuss der Maschine verdichtet.

Zuvor hatte das Bundesluftfahrtamt deutschen Fluggesellschaften empfohlen, den Luftraum Teheran zu meiden. Es sei allerdings kein Verbot ausgesprochen worden, sagt eine Sprecherin des Verkehrsministeriums.

Lufthansa will nun gemeinsam mit nationalen und internationalen Behörden die Sicherheitslage für den Flughafen Teheran sowie den gesamten iranischen Luftraum bewerten. „Sobald uns Detailinformationen vorliegen, werden wir entscheiden, ob bzw. ab wann unsere Iran-Flüge wieder durchgeführt werden können.“

Ihren für Freitag geplanten Flug von Frankfurt nach Teheran hatte die Lufthansa gestrichen. Am Donnerstag hatte die Lufthansa eine Maschine, die bereits unterwegs nach Teheran war, umkehren lassen. Der Flug LH 600 sei nach rund einer Stunde Flugzeit vorsorglich nach Frankfurt zurückkehrt, erklärte eine Sprecherin. Eigentlich wollte die Lufthansa am Donnerstag nach eintägiger Unterbrechung wegen der Zuspitzung des Iran-Konflikts ihre Flüge in die iranische Hauptstadt wieder aufnehmen.

Austrian streicht auch seine Flüge nach Teheran

Auch die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines wird bis einschließlich 20. Januar Teheran nicht anfliegen. Das teilte das Unternehmen am Freitag der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Die Entscheidung sei „aufgrund der aktuellen Meldungen und der veränderten Einschätzung der Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen in Teheran“ erfolgt.

Bereits am Donnerstag war eine Austrian-Maschine auf dem Weg nach Teheran während des Fluges wieder umgedreht. Am Mittwoch hatte die Fluglinie zudem einen Flug nach Erbil und zurück kurzfristig gestrichen. Auch die Lufthansa fliegt vorerst nicht in den Iran, auch sie hatte am Donnerstag ein Flugzeug vorsorglich umkehren lassen.

Auch Norwegian meidet iranischen Luftraum

Die Airline Norwegian meidet vorerst den iranischen Luftraum. Aufgrund der unklaren Situation leitet die norwegische Billigfluggesellschaft ihre Flüge von und nach Dubai bis auf Weiteres um, wie eine Norwegian-Sprecherin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme.

Die Fluglinie stehe in engem Kontakt mit den Luftfahrtbehörden und befolge deren Empfehlungen. Bereits am Mittwochabend seien in Stockholm und Oslo erste Maschinen gestartet, die eine andere Route Richtung Dubai genommen hätten.

Am Mittwoch war ein ukrainisches Flugzeug im Iran abgestürzt, alle 176 Menschen an Bord starben. Zuletzt verdichteten sich die Hinweise, dass ein versehentlicher Raketenbeschuss durch den Iran die Ursache sein könnte. Die Regierungen in Kanada und Großbritannien berichteten von Informationen, die auf den Abschuss durch eine iranische Rakete hinweisen. Diese Theorie wird US-Medienberichten zufolge ebenfalls in den USA verfolgt, der Iran wies Spekulationen über einen Abschuss zurück. Offiziell wird die Ursache für den Absturz noch untersucht. (AFP, dpa, Reuters)

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