Reiche sind nicht mehr ganz so reich : Erstmals seit sieben Jahren sinkt Vermögen der Millionäre

Das Jahr 2018 war für Vermögende ein schlechtes Jahr. Viele von ihnen machten Verluste, nun gibt es weniger Dollar-Millionäre auf der Welt.

Luxus-Show in Hainan: In China gibt es besonders viele Superreiche.
Luxus-Show in Hainan: In China gibt es besonders viele Superreiche.Foto: EPA/ADRIAN BRADSHAW/dpa

Verluste an den Aktienmärkten haben im vergangenen Jahr das Vermögen der Reichen und Superreichen verringert. Dollar-Millionäre weltweit besaßen mit 68,1 Billionen Dollar gegenüber 2017 fast 3 Prozent weniger Vermögen, wie aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens Capgemini hervorgeht. Es war das erste Minus seit sieben Jahren. „Ein Rückgang an den Aktienmärkten schlägt in der Regel besonders stark durch“, erläuterte Capgemini-Experte Klaus-Georg Meyer.

Zugleich verlor der Club der Reichen erstmals seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 Mitglieder. Rund um den Globus gab es den Angaben zufolge 18 Millionen Menschen, die über ein anlagefähiges Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügten. Das waren 0,3 Prozent weniger als im Jahr 2017.

Für mehr als ein Viertel des weltweiten Vermögensverlustes stand China. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wächst nicht mehr so rasant wie in der Vergangenheit. Spuren hinterlässt unter anderem der Handelskrieg mit den USA.

In Deutschland sank die Zahl der vermögenden Privatanleger den Angaben zufolge um 1,1 Prozent auf 1,35 Millionen. Das Gesamtvermögen verringerte sich um 3,9 Prozent auf gut 5 Billionen Dollar.

Dennoch zählt Deutschland weiterhin zu den Ländern mit den meisten Dollar-Millionären. An der Spitze stehen die USA, gefolgt von Japan, Deutschland und China. Die vier Länder stehen zusammen für 61,2 Prozent der Vermögenden weltweit.

Capgemini berücksichtigt bei seinem jährlich erstellten „World Wealth Report“ Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, alternative Investments, Bargeld sowie Immobilien, sofern sie nicht selbst genutzt werden. (dpa)

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