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Strafzölle : „USA gestalten das Recht so, wie sie es brauchen“

Heinz Jörg Fuhrmann, Chef der Salzgitter AG, begrüßt die harten Haltung der EU gegenüber der Trump-Regierung.

 

Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender des Vorstandes Salzgitter AG, verurteilt das Vorgehen der USA.
Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender des Vorstandes Salzgitter AG, verurteilt das Vorgehen der USA.Foto: dpa

Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, hat den USA im Streik um Strafzölle die Missachtung internationalen Rechts vorgeworfen. „In der Handelspolitik erleben wir wie auch in der Außenpolitik die vollständige Abkehr vom Multilateralismus“, sagte Fuhrmann dem Tagesspiegel. Der Umgang mit Zöllen durch die Trump-Regierung sei „eine absichtsvolle Gestaltung von Recht und Politik“. Salzgitter ist nach Thyssen-Krupp der größte deutsche Stahlhersteller. „Unsere direkte Betroffenheit ist gering“, sagte Fuhrmann zu den von den USA verhängten Zöllen auf Stahl. Er appellierte aber an die EU-Kommission, „kurzfristig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die EU-Stahlindustrie vor umgelenkten Stahlmengen zu schützen. Aus manchen Ländern sind die Importe in die EU bereits deutlich angestiegen, so zum Beispiel aus der Türkei. Dies könnten durchaus Umlenkungsmengen aufgrund der angekündigten US-Maßnahmen sein“, sagte der Salzgitter-Chef.  Die Importe in die EU seien jedenfalls auf einem Rekordniveau. Die Politik der EU  im Handelsstreit mit den USA sei „entschlossen und klug. Mit Druck und Drohungen lassen wir uns nicht an den Verhandlungstisch zwingen.“

Für einen Dialog mit den Russen

Alles in allem sein „das Anstreben außenpolitischer Ziele über wirtschaftlichen Druck zulasten von Verbündeten und Freunden und zugunsten von Chinesen und Indern schon erstaunlich“, kritisierte Fuhrmann die USA. Der Salzgitter-Chef befürwortete gleichzeitig „einen gedeihlichen Dialog“ mit Russland. "Wenn ich an das von Russland monierte Verschieben der Nato- Grenze – entgegen aller Zusagen – denke, wenn ich daran denke, wie die USA Luftwaffen- und Flottenbasen überall auf der Welt beanspruchen, dann muss ich das Verhalten der Russen zumindest auch dialektisch würdigen", sagte Fuhrmann.

 

 

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