Streit um Libra : Facebook verteidigt umstrittene Digitalwährung

Facebook-Chef Mark Zuckerberg verspricht, die Bedenken der Regulierer auszuräumen. Auch in Berlin müssen sich Libra-Vertreter rechtfertigen.

Unter Druck. Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses.
Unter Druck. Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses.Foto: AFP

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bekräftigt, dass die umstrittene Digitalwährung Libra erst an den Start gehen soll, wenn alle Bedenken von Regulierern ausgeräumt wurden. Zugleich zeigte er am Mittwoch bei einer Anhörung im US-Kongress Verständnis dafür, dass Facebook nach Skandalen und Kritik einen schweren Stand als Urheber des Projekts hat.

„Wir haben in den vergangenen Jahren viele Probleme gehabt. Und ich bin sicher, Leute wünschen sich, dass irgendjemand anderes mit der Idee kommt, nur nicht Facebook“, erklärte Zuckerberg.

Fast zeitgleich haben in Berlin Betrand Perez, Chef der Libra Association, und Tomer Barel von der Facebook-Tochter Calibra das Projekt verteidigt. „Wir wollen staatliche Währungen nicht ersetzen“, sagte Perez bei einer gemeinsamen Anhörung der Bundestagsausschüsse für Finanzen und Digitale Agenda. Am Ende sollten Verbraucher mit Libra nicht ihren Kaffee bezahlen können – dafür gebe es andere Lösungen.

Die Digitalwährung, die auf Initiative von Facebook hin geschaffen wird, solle vor allem internationale Überweisungen günstiger machen und mehr Menschen auf der Welt Zugang zu Finanzdienstleistungen bringen. Hinterlegt werden soll Libra mit einem Währungskorb, der Perez zufolge zu 50 Prozent aus US-Dollar bestehen wird und zu 20 Prozent aus Euro. Die übrigen 30 Prozent sollen sich auf den Pfund Sterling, den japanischen Yen und den Singapur Dollar aufteilen.

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Barel betonte, dass die Daten der Facebook-Nutzer nicht mit denen von Libra-Nutzern vermischt würden. Er versprach dass Calibra – die Facebook-Tochter, über die Nutzer Libra speichern und übertragen können – sich sowohl an Geldwäscheverordnungen als auch an die Datenschutzgrundverordnung halten werde. mit dpa

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