Todesfall durch Einnahme von Medikament? : Justiz ermittelt wegen Bayer-Medikament Iberogast

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen eines Todesfalls nach Einnahme des Medikaments "Iberogast aufgenommen. Das berichtet das "Handelsblatt".

Eine Apothekerin hält das rezeptfreie Magenmittel IBEROGAST in der Hand.
Eine Apothekerin hält das rezeptfreie Magenmittel IBEROGAST in der Hand.Foto: imago images / Uwe Steinert

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen eines Todesfalls, der mit der Einnahme des Bayer-Medikaments Iberogast stehen soll. Der Pharmariese könnte zu spät vor möglichen Leberschäden durch das Magen-Medikament gewarnt haben, berichtet das "Handelsblatt". Demnach stehe der Verdacht im Raum, dass der Todesfall und etliche Erkrankungen zu verhindern gewesen wären. Nach Recherchen der Zeitung hat die Staatsanwaltschaft ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob die Einnahme des Mittels und der Todesfall in Zusammenhang stehen.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft soll eine Stellungnahme dazu abgelehnt haben. Bei Bayer hieß es, man wisse nichts von einem Ermittlungsverfahren, schreibt das Handelsblatt weiter.

Streit um ausführlichere Warnhinweise von unerwünschten Nebenwirkungen, insbesondere von Leberschäden, besteht seit Jahren. So sollen sich laut Handelsblatt bereits seit 2008 Meldungen zu Nebenwirkungen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) gehäuft haben. Das Institut forderte bereits im Jahr 2008 den damaligen Hersteller Steigerwald auf, den Beipackzettel zu ergänzen. Steigerwald und später Bayer sollen sich jedoch geweigert haben. (Tsp)

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