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Altmodisch oder zeitgemäß? Taxi-Betriebe stehen unter verschärftem Wettbewerbsdruck.

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Wettbewerb der Fahrdienste: Uber kooperiert mit Tripadvisor und Starbucks

Der Fahrdienst Uber baut mit neuen prominenten Partnern seine Reichweite massiv aus. Hat das Taxi ausgedient? Der ADAC-Test zeigt: Taxikunden bekommen einen guten Service.

Das umstrittene Fahrdienstunternehmen Uber bietet künftig auch Buchungen über Apps von United Airlines und Tripadvisor an. Das Start-up aus San Francisco gab am Mittwoch (Ortszeit) die Zusammenarbeit mit einer Reihe von US-Unternehmen bekannt. Uber stellte zudem einen Softwarebausatz zur Verfügung, mit dem Programmierer von mobilen Anwendungen auf die Plattform des Fahrdiensts verlinken können. Uber baut damit seine Reichweite massiv aus. Diese Taktik bewährte sich bereits bei anderen Internetunternehmen, unter anderem beim sozialen Netzwerk Facebook. Zugleich setzt Uber damit Konkurrenten wie Lyft unter Druck.

Flug buchen und mit Uber zum Airport

Neben der Fluggesellschaft United Airlines und dem Reiseportal Tripadvisor arbeitet Uber künftig auch mit der Hotelkette Hyatt, der Kaffehauskette Starbucks und dem Restaurantbuchungsservice OpenTable zusammen. Kunden können also nach der Flugbuchung oder Tischreservierung gleich auch ein Auto über Uber buchen, das sie zum Flughafen oder ins Restaurant fährt. Uber wurde im Jahr 2009 gegründet und wickelt Kontakte zwischen Fahrern und Passagieren über Apps auf mobilen Geräten ab. Der Fahrdienst ist in mehr als 170 Städten in 44 Ländern weltweit tätig und stößt vielerorts auf erheblichen Widerstand der Taxibranche und der Behörden.

ADAC: Taxikunden bekommen meist guten Service

Dass das Angebot der klassischen Taxi-Betriebe besser ist als ihr Ruf, zeigt der ADAC, der in acht deutschen Städten Probe gefahren ist. Taxikunden können demnach in deutschen Städten in den allermeisten Fällen beruhigt einsteigen: Sie bekommen meist guten Service. Der ADAC schickte für eine Stichprobe seine Tester in acht deutschen Städten auf die Straße und stellte nach 160 Fahrten fest: In der Gesamtbewertung waren ein Viertel aller Fahrten sehr gut, mehr als der Hälfte gut. 17 Mal gab es ausreichend, 21 Fahrten fielen mit mangelhaft und sehr mangelhaft durch.

Quittungen oft unvollständig ausgefüllt

Am meisten haperte es bei den Quittungen. Fast 90 Prozent der Belege waren unvollständig ausgefüllt. Die häufigsten Mängel waren ferner fehlende Hinweise auf Tarife und Anschnallpflicht. Bei 16 Fahrten registrierten die Tester unnötige Umwege. Bei 17 Prozent aller Fahrten hielten sich die Fahrer nicht an die Verkehrsregeln. Extrembeispiel: Bei einer Fahrt in Frankfurt am Main kannte sich der Fahrer nicht aus, sprach schlecht deutsch, machte einen großen Umweg, überfuhr rote Ampeln und gab zu guter Letzt noch zu wenig Wechselgeld zurück. Ebenso fehlten Hinweise auf Fahrerlaubnis und Tarifübersicht. Der ADAC empfahl nach der Auswertung der Stichprobe eine Vereinheitlichung der Taxiordnungen und transparente Tarifsysteme.

Taxi-Genossenschaft: Stichproben sind nicht repräsentativ

Mangelhaft. Die ADAC-Tester bekamen überwiegend fehlerhafte oder unvollständige Quittungen.

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Der ADAC beurteilte Fahrer, Fahrzeug und Routenwahl. Getestet wurde in Berlin, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart auf jeweils fünf definierten Routen innerhalb der Stadt. Jede der Routen wurde von zwei Testern einmal nachts und einmal tagsüber befahren. Es gab also 20 Fahrten pro Stadt. Allein in München sind allerdings 3400 Taxen zugelassen, davon dürften mindestens 2000 pro Tag auf den Straßen unterwegs sein. Die Münchner Taxi-Genossenschaft schätzt, dass es täglich mindestens 25 000 Fahrten gibt. Bei der geringen Zahl der vom ADAC getesteten Fahrten sei das Ergebnis leicht beeinflussbar, sagte Vorstand Frank Kuhle. „Ein einzelner Ausrutscher kann die Statistik schon erheblich beeinflussen.“ Er habe dennoch Verständnis, dass der ADAC keinen noch größeren Aufwand betreibe. „Wir sind froh, dass eine unabhängige Stelle - also nicht aus dem Taxigewerbe - sich des Themas annimmt.“ Zurückhaltend äußerte sich Kuhle zu der Empfehlung des ADAC, Taxiordnungen zu vereinheitlichen. Es gebe regionale Besonderheiten.

Einheitliche Taxiordnung: Mehr oder weniger Qualität?

„Bei einer Vereinheitlichung der Taxivorschriften müsste man vermutlich einen Mindeststandard wählen, der gegebenenfalls zu einer Verringerung der Qualität im örtlichen Taxigewerbe führen kann.“ Der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes, Michael Müller, sagte, der Verband nehme solche Tests sehr ernst. „Auch wenn es nur Stichproben aus acht Städten sind, die nicht unbedingt repräsentativ sind - natürlich hat sich jeder von uns auch schon mal über schlechten Service geärgert, das ist nicht nur im Taxi so." AFP/dpa

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