Verdacht auf Abgasmanipulation : Bundesweite Razzia bei Autokonzern Mitsubishi

Nach VW, Daimler und Fiat Chrysler steht auch Mitsubishi im Verdacht, seine Dieselmotoren illegal zu manipulieren. Auch Zulieferer Continental wurde durchsucht.

Abgasmanipulation bei Mitsubishi: Betroffen sind die 1,6- und 2,2-Liter-Dieselmotoren der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6.
Abgasmanipulation bei Mitsubishi: Betroffen sind die 1,6- und 2,2-Liter-Dieselmotoren der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat den Autokonzern Mitsubishi im Verdacht, Dieselmotoren unzulässig manipuliert zu haben. Deshalb durchsuchten deutsche Behörden Geschäftsräume eines Autokonzerns sowie eines Handelsunternehmens und von zwei Autozulieferkonzernen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Ermittelt werde wegen des Verdachts auf Betrug. 1,6- und 2,2-Liter-Dieselmotoren der Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 sollen mit einer illegalen Abschalteinrichtung zur Schadstoffminderung ausgerüstet worden sein, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Fahrzeuge mit einer derartigen Software seien nicht genehmigungsfähig, weswegen Kunden Fahrverbote oder Stilllegungen drohten, erklärte die Strafermittler.

Beamte der Staatsanwaltschaft sowie verschiedener Polizeipräsidien und Landeskriminalämter untersuchten am Mittwoch zehn Gewerbeobjekte, „um Beweismittel insbesondere hinsichtlich der Abschalteinrichtung, der Bewerbung und der Verantwortlichkeit zu gewinnen“, erklärte die Behörde.

Auch drei Continental-Standorte durchsucht

Auch der Zulieferer Continental ist an drei Standorten betroffen von den Durchsuchungen. Das Unternehmen werde als Zeuge geführt und kooperiere „vollumfänglich“ mit den Behörden, teilte Continental mit.

Mitsubishi ist nicht der erste Autokonzern, dem solche Abgasmanipulationen vorgeworfen werden. Volkswagen hatte bereits vor vier Jahren in den USA zugegeben, eine illegale Abschalteinrichtung in Dieselautos eingebaut zu haben. Die Aufarbeitung der millionenfachen Schummelei hat die Wolfsburger bisher mehr als 30 Milliarden Euro gekostet. Auch bei Daimler und Fiat Chrysler werden Abgasmanipulationen vermutet. (dpa, Reuters, AFP)

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