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Verkehr in den Städten : Carsharing gewinnt in Deutschland viele Anhänger

Fast 2,5 Millionen Menschen in Deutschland nutzen inzwischen Carsharing. 2018 verzeichnete die Branche im Vergleich zum Vorjahr rund 17 Prozent mehr Kunden.

Ein Smart des Carsharing-Unternehmens Car2go steht am Straßenrand.
Ein Smart des Carsharing-Unternehmens Car2go steht am Straßenrand.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Das Teilen von Autos in der Stadt wird in Deutschland immer beliebter. Knapp 2,5 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr Kunden eines oder mehrerer Carsharing-Anbieter – 350000 mehr als im Vorjahr. Insgesamt konnten bundesweit 20200 Fahrzeuge für kurze oder längere Zeit gemietet werden. Das Angebot sei nach zwei Jahren ohne Wachstum damit 2018 um 2250 Autos gestiegen, teilte der Bundesverband Carsharing (BCG) am Mittwoch in Berlin mit. Die Entwicklung zeige, dass immer mehr Verkehrsteilnehmer „verantwortungsvoll mit der Ressource Auto“ umgehen, sagte BCG-Geschäftsführer Gunnar Neske. Besonders erfreulich sei, dass das stationsbasierte Carsharing in 740 Städten und Gemeinden deutlich wachse, denn hier besäßen 70 bis 80 Prozent der Nutzer kein eigenes Auto mehr.

Viele Freefloating-Nutzer haben ein eigenes Auto

Das ist beim so genannten Freefloating-Carsharing, das 9000 Fahrzeuge anbietet und ohne feste Stationen auskommt, anders. Hier seien zum Teil „Autonarren“ registriert, die neben dem Privat-Pkw zeitweise ein anderes Fahrzeug nutzen wollten, sagte Neske. Der Großteil der Kunden (1,8 Millionen) ist in diesem Segment registriert. Die Marktführer Car-2-Go (Daimler) und Drive-Now (BMW), die zusammen allein in Berlin 500000 Kunden zählen, geben an diesem Freitag Details ihrer Fusion bekannt. Das neue gemeinsame Unternehmen wird seinen Sitz in Berlin haben. Beide Anbieter sind in sieben deutschen Großstädten vertreten.

 "Noch viel Luft nach oben"

Christian Hochfeld, Direktor der Politikberatung Agora Verkehrswende, appellierte an die Städte, Carsharing-Angebote „sichtbarer im öffentlichen Raum“ zu platzieren. Auch müssten sich mit Blick auf die Klimaziele bis 2030 die politischen Rahmenbedingungen ändern, um Sharingdiensten – etwa auch Pooling-Anbietern – den Wettbewerb zu erleichtern. Hochfeld plädierte für eine „konsequente Parkraumbewirtschaftung“, die Ausweitung von Umweltzonen und die Einführung einer Blauen Plakette. Insgesamt sind in Deutschland 46,4 Millionen Pkw angemeldet. „Damit schrumpft die Carsharing-Flotte auf 0,04 Prozent des Pkw-Bestandes in Deutschland. „Da ist noch extrem viel Luft nach oben“, kommentierte der Duisburger Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

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