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Von Rente bis Vier-Tage-Woche: Arbeitgebervertreter attestiert den Deutschen fünf „Lebenslügen“
Angesichts der Debatten über Arbeitszeit, Wachstum oder Rente spricht BDA-Chef Kampeter von „Lebenslügen“ der Deutschen. Er sieht Annahmen, die mit der Realität nicht viel zu tun haben.
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Arbeitgebervertreter Steffen Kampeter hat in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ vor fünf „Lebenslügen“ in Deutschland gewarnt. „Politische und wirtschaftliche Debatten werden seit Jahren von Annahmen getragen, die sich gut anhören, sich in der Realität aber als falsch erweisen“, schreibt der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).
Kampeter betont, die Deutschen arbeiteten nicht zu viel – die Debatte über eine Vier-Tage-Woche passe nicht in eine Rezession, zumal Deutschland eines der geringsten Arbeitsvolumina unter Industrieländern habe. Um mehr Arbeitszeit zu ermöglichen, müsse der Bund strukturelle Hürden abbauen: mangelnde Betreuung, steuerliche Fehlanreize, starre Arbeitszeitmodelle und ein Lohnersatzsystem, das Arbeit oft unattraktiv mache.
Zu weiteren verbreiteten Illusionen zählt Kampeter, dass alles beim Alten bleiben könne, Wachstum nicht nötig sei, die Rente garantiert sicher sei und Deutschland weiterhin selbstverständlich als „Land der Dichter und Denker“ gelte. Solche Lebenslügen wirkten beruhigend – „bis sie es nicht mehr tun“, so Kampeter.
Kampeters Aussagen fügen sich ein in seit Monaten andauernde Debatten über Arbeitszeit, Produktivität und den Umgang mit dem Arbeitskräftemangel in Deutschland. Besonders die Vier-Tage-Woche wird seit mehreren Jahren kontrovers diskutiert. (Tsp)
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