Wegen Coronavirus : BMW und Daimler schließen Werke in Berlin-Brandenburg

Motorrad-Produktion sowie Motoren- und Transporter-Werk mit zusammen 6500 Beschäftigten betroffen

Blick in die Produktion des BMW-Motorradwerks in Berlin. Auch hier stehen die Bänder vorerst still.
Blick in die Produktion des BMW-Motorradwerks in Berlin. Auch hier stehen die Bänder vorerst still.Foto: picture alliance / dpa

BMW will die Coronavirus-Krise ohne Staatshilfen und ohne eine Aufweichung der CO2-Emissionsgrenzen in Europa bewältigen. Der Autobauer habe bereits die Finanzkrise mit einem positiven Ergebnis überstanden und seitdem Liquiditätssteuerung und andere Prozesse verbessert, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter am Mittwoch auf der Online-Bilanzpressekonferenz. "Deswegen bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auch durch diese Krise gut aus eigener Kraft kommen werden."

Zunächst werden die Auswirkungen des Coronavirus allerdings auch im Werk in Spandau deutlich. Das BMW-Motorradwerk in Berlin wird nach Tagesspiegel-Informationen vorübergehend geschlossen. 2000 Mitarbeitern droht damit Kurzarbeit. Der Produktionsausfall trifft BMW unmittelbar vor der Zweiradsaison im Sommer.

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Der Wettbewerber Daimler hatte am Dienstag Produktionsunterbrechungen in deutschen und europäischen Werken angekündigt. Davon betroffen ist auch das Motorenwerk in Marienfelde mit 2500 Beschäftigten und die Transporterfabrik in Ludwigsfelde (2000 Mitarbeiter).

Wie andere Hersteller hatte am Morgen auch BMW eine Schließung seiner Werke in Europa und Südafrika angekündigt, zunächst bis 19. April. Davon seien insgesamt rund 30.000 Mitarbeiter betroffen, sagte Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic. Im US-Werk Spartanburg werde die Produktion zumindest in den kommenden Tagen aufrecht erhalten.

Der größte Teil der betroffenen 30.000 Mitarbeiter ist nach Angaben einer Sprecherin in Deutschland beschäftigt. Wie viele Mitarbeiter BMW insgesamt in Kurzarbeit schickt, sei noch offen, sagte Personalvorständin Ilka Horstmeier. In München und Dingolfing überschneidet sich die Schließung mit bereits geplanten Betriebsunterbrechungen für die Umrüstung der Produktion auf Elektrofahrzeuge.

Vorstandschef Oliver Zipse bekräftigte, der Konzern werde die strengen CO2-Grenzwerte in Europa in diesem und im kommenden Jahr erreichen. Er machte damit deutlich, dass die in der Branche diskutierte Möglichkeit einer Verschiebung der politischen Vorgaben für BMW nicht im Fokus stehe. (mot, mit rtr)

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