Wie der Staat Ackerland verkauft : "80 Prozent gehen an Bauern vor Ort"

Die BVVG versilbert für den Bund Ex-LPGen und Ex-DDR-Wald. Die Preisdynamik hat sich abgeschwächt, sagt ihr Chef. Investoren bleiben außen vor.

Rapsfeld in Sachsen. In Sachsen und Thüringen hat die BVVG nur noch wenige Flächen.
Rapsfeld in Sachsen. In Sachsen und Thüringen hat die BVVG nur noch wenige Flächen.Foto: picture alliance / blickwinkel/F

Die Preise für Ackerland steigen. Investoren kaufen Land oder beteiligen sich an Agrargesellschaften, um ihr Kapital in Sicherheit zu bringen und weil sie auf weiter steigende Preise spekulieren.

Doch wenn es um die früheren LGPen geht und Wald, der einst in DDR-Eigentum stand, hat sich die Preisdynamik abgeschwächt, teilte Thomas Windmöller, Geschäftsführer der BVVG, am Dienstag in Berlin mit. Der Durchschnittspreis für Ackerland habe 2019 bei 21.379 Euro pro Hektar gelegen, 2018 waren es 20.195 Euro gewesen.

Die Flächen sind klein

Die BVVG verkauft und verpachtet seit 1992 Acker- und Grünland sowie Wald in Ostdeutschland. Fast 877.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen hat die Gesellschaft bereits verkauft, der Bestand schwindet. 109.000 Hektar Acker- und Grünflächen stehen noch zur Verfügung, das Land wird in kleine Parzellen von maximal 15 Hektar aufgeteilt. Tatsächlich sind die verkauften Flächen mit durchschnittlich sechs Hektar – das entspricht etwa der Hälfte der Domäne Dahlem – noch deutlich kleiner.

Bauern kaufen, nicht Investoren

Das soll Landwirten vor Ort ermöglichen zuzugreifen. „80 Prozent der Flächen werden von ortsansässigen Betrieben erworben“, sagte Windmöller. Für außerlandwirtschaftliche Investoren sind diese Flächen viel zu klein. Der Verkauf erfolgt aber letztlich nach dem Preis. Die Flächen werden ausgeschrieben, wer das höchste Angebot abgibt, bekommt den Zuschlag.
Dabei gibt es große Preisunterschiede. In Mecklenburg-Vorpommern erreichen die Preise in der Spitze 40.000 Euro pro Hektar, in Brandenburg reicht die Preisspanne von 9000 bis 35.000 Euro.

Von den 7500 Hektar, die die BVVG im vergangenen Jahr verkauft hat, entfällt der Großteil auf Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Brandenburg. Hier wechselten 2100 Hektar den Eigentümer. In Sachsen und Thüringen läuft das Geschäft dagegen allmählich aus, die BVVG hat hier nur noch wenig Land.

219 Millionen Euro Gewinn hat die BVVG im vergangenen Jahr erwirtschaftet, das Geld fließt in die Staatskasse, 2020 sollen es 196 Millionen Euro sein.

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