Wirecard-Affäre : Bafin zeigt Journalisten und Investoren wegen Marktmanipulation an

Gab es illegale Manipulationen der Wirecard-Aktie? Die Staatsanwaltschaft ermittelt, auch ein Journalist der „Financial Times“ ist im Verdacht.

Die Firmenzentrale von Wirecard in Aschheim bei München.
Die Firmenzentrale von Wirecard in Aschheim bei München.Foto: Sven Hoppe/dpa

In die Geschichte um die möglichen Kursmanipulationen von Wirecard-Aktien kehrt keine Ruhe ein. Am morgigen Donnerstag läuft um Mitternacht das von der Finanzaufsicht Bafin verhängte Verbot von der Leerverkäufen der Wirecard-Aktie aus, womit Wetten auf fallende Kurse unterbunden werden. Ob die Bafin das Verbot verlängert, ist noch offen.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Finanzaufseher wegen detaillierter Verdachtsmomente gegen Journalisten und Investoren bei der Staatsanwaltschaft München Anzeige erstattete. Die Bafin bezifferte die Zahl der Verdächtigten auf rund ein Dutzend. Die Staatsanwaltschaft erklärte, es bestehe der Verdacht, dass mehrere Personen mit verteilten Aufgaben den Aktienkurs manipuliert hätten. Zu den Namen äußerten sich die beiden Behörden nicht. Über die Anzeige hatte zuerst „Spiegel Online“ berichtet. Die Wirecard-Aktie zeigte sich am Dienstag unbeeindruckt und schloss rund 3,6 Prozent im Plus.

Aktienkurs war nach Medienberichten mehrfach eingebrochen

Nach Berichten über Betrugsvorwürfe gegen Wirecard war der Aktienkurs des Dax-Konzerns in den vergangenen Monaten wiederholt eingebrochen. Das Unternehmen hat die Vorwürfe, die zuerst von der britischen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ veröffentlicht worden waren, wiederholt als diffamierend zurückgewiesen. Wirecard fand nach eigenen Angaben in seiner Asien-Zentrale in Singapur lediglich kleinere finanzielle Unregelmäßigkeiten.

Zudem erstattete der Online-Zahlungsdienstleister aus Aschhheim bei München bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Markmanipulation. Die Strafverfolger und die Bafin untersuchen den Fall seit Ende Januar. Ins Visier der Strafverfolger geriet im Februar auch ein Journalist der „Financial Times“. Die Zeitung wies den Verdacht der Markmanipulation scharf zurück. (Reuters)

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