Zinsportal Weltsparen : 100 Millionen für das Wunderkind

Mit seinem Portal Weltsparen hat Tamaz Georgadze eine der erfolgreichsten Fintech-Firmen aufgebaut. Investoren stecken 100 Millionen in das Start-up.

Machte mit 12 Jahren Abitur: Raisin-Gründer Tamaz Georgadze
Machte mit 12 Jahren Abitur: Raisin-Gründer Tamaz GeorgadzeFoto: Promo

Tamaz Georgadze ist große Sprünge gewohnt. Der Georgier hat vier Schulklassen ausgelassen, machte mit 12 Jahren Abitur, studierte dann Volkswirtschaftslehre und Jura und begann mit 16 Jahren in Deutschland zu promovieren. Danach arbeitete er für McKinsey und gründete 2012 mit zwei Kollegen der Unternehmensberatung das Start-up Raisin.

Mit dem dazugehörigen Online-Portal Weltsparen.de bietet er seinen Kunden auch in Zeiten von Negativzinsen die Möglichkeit, noch ein paar Prozente auf das Ersparte zu bekommen. Sie können es bei Banken im europäischen Ausland anlegen, die für Tages- oder Festgeld mehr Zinsen zahlen als deutsche Institute. Anlegergelder in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro hat Weltsparen seither vermittelt und damit nach eigenen Angaben für Sparer über 80 Millionen Euro Zinsen erzielt.

Das überzeugt auch Georgadzes Investoren, wie Paypal oder Index Ventures, die nun noch einmal 100 Millionen Euro in das Start-up stecken. Das Geld soll in strategische Übernahmen und die weitere Internationalisierung investiert werden. Im vergangenen Jahr hatte Raisin schon Zinsportale in den Niederlanden und Großbritannien gestartet und ist damit insgesamt in sechs Ländern präsent. „Für dieses Jahr ist die Expansion in mindestens zwei weitere Länder geplant“, kündigt Georgadze an.

Zudem wollen die Berliner die Produktsparte ausweiten. Sie hatten zuletzt schon ETFs mit Aktien und Anleihen in das Portfolio der Geldanlagen aufgenommen. Letztere richten sich an Anlagen für ein Zeitraum bis zu zehn Jahren, die Festgeldangebote auf zwei bis drei Jahre. "Uns fehlt noch etwas für den mittelfristigen Anlagehorizont", sagt Georgadze.

Erfolgreiche Kooperation mit N26

Insgesamt wurde Raisin seit der Gründung mit 170 Millionen finanziert. Es ist damit ein weiteres Beispiel für den Erfolg der Berliner Fintech-Start-ups. So hatte die Smartphone-Bank N26 Anfang des Jahres 260 Millionen Euro erhalten. Von deren Boom profitiert auch Raisin, denn beide Start-ups kooperieren: N26-Kunden können ihr Geld in der App auch bei Weltsparen anlegen. "Die haben daraus ein paar coole features gebaut", sagt Georgadze. Dadurch erreiche er zudem eine deutlich jüngere Zielgruppe, die sonst nicht an Geldanlage und Festgeldkonten denke. "Wir wollen das daher weiter ausbauen", sagt Georgadze.

Auch sonst hat er noch einiges mit seinem Unternehmen vor. Früher ist ihm schnell langweilig geworden, doch der Punkt an dem die Lernkurve abflacht sei noch lange nicht erreicht. "Es liegt noch ganz viel vor uns", sagt der Raisin-Chef. "Meine Vision ist es, europaweit die beste Anlageplattform zu bieten."

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