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Der Anteil der NC-Fächer geht bundesweit leicht zurück.
© Sebastian Gollnow/dpa

Numerus-Clausus-Fächer: 41 Prozent der Studiengänge haben einen NC

Studierende vor Hürden: Vier von zehn Studiengänge bundesweit sind zulassungsbeschränkt. Der Anteil ist in Berlin und den anderen Stadtstaaten besonders hoch.

Der Anteil der Studiengänge in Deutschland, die mit einem Numerus Clausus versehen sind, sinkt – allerdings nur langsam. Zum kommenden Wintersemester haben 41,1 Prozent der Studiengänge bundesweit eine Zulassungsbeschränkung, das ist ein Rückgang von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr beziehungsweise 4,4 Prozent im Vergleich zu 2013. Das ergibt eine Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), das sich jedes Jahr die NC-Studiengänge und deren Verteilung in ganz Deutschland anschaut.

Für das Bachelor-Studium sind die Hürden dabei sogar noch einmal höher: Hier liegt die NC-Quote bei 43,4 Prozent (ein Rückgang von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Im weiterführenden Master sind unverändert 39 Prozent der Studiengänge mit einem NC belegt.

In Berlin sind zwei Drittel der Fächer mit NC belegt

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern und dort wiederum zwischen einzelnen Standorten sind allerdings enorm. Berlin ist nach wie vor mit Hamburg das Land, wo der Anteil der NC-Studiengänge am höchsten ist: Bei zwei Dritteln der Fächer können Studienbewerber hier nur mit guten Noten auf einen Platz hoffen.

An den Berliner Universitäten liegt die NC-Quote sogar bei 72,4 Prozent. Interessanterweise sind die Zulassungsbedingungen in den Sprach- und Kulturwissenschaften besonders scharf – ganz gegen den Bundestrend, wo die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften beim NC an der Spitze stehen. Entspannter sieht es in Berlin an den Fachhochschulen aus, die NC-Quote liegt hier bei 53,1 Prozent.

NC-Quote in den Bundesländern.
NC-Quote in den Bundesländern.
© Fabian Bartel

Ganz anders dagegen die Lage in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz, wo nur jeder fünfte Studiengang zulassungsbeschränkt ist. Das CHE hat indes nicht nur Bundesländer untersucht, sondern auch einzelne Studienorte. Unter den größeren Hochschulstädten – dazu zählt das CHE alle Standorte mit mehr 30 000 Studierenden – ist der Anteil der NC-Studiengänge in Hannover und Karlsruhe am höchsten – Hannover liegt bei 68,2 Prozent, Karlsruhe bei 63,8 Prozent. Ähnlich schwierig wie in Berlin ist es für Abiturienten auch in Köln und Hamburg einen Studienplatz zu bekommen.

Wie hoch die NC-Quote in einer Stadt oder in einem Land ist, hängt nicht nur davon ab, wie hoch die Nachfrage von Studierenden ist, sondern auch davon, welche Hochschultypen vor Ort sind. Privathochschulen zum Beispiel senken die NC-Quote eines Standortes tendenziell. Denn bei den Privaten muss man oft keinen bestimmten Notenschnitt mitbringen, dafür aber Studiengebühren zahlen.

Für Abiturienten gibt es auch Vorteile - wenn sie flexibel sind

Die relativ hohe Zahl von Privathochschulen in Berlin könnten zum Beispiel erklären, warum bei den Fachhochschulen in der Stadt die NC-Quote deutlich geringer ausfällt als bei den Universitäten. Hannover und Karlsruhe, die beiden Standorte mit den höchsten NC-Quoten, verfügen dagegen über vergleichsweise wenige Privathochschulen. Auch Kunsthochschulen fordern oft keinen Notenschnitt, unterziehen Bewerber dafür strengen Aufnahmeprüfungen.

Für die Abiturienten, die sich gerade in der Bewerbungsphase für die Unis befinden, sei es auch ein Vorteil, dass die Lage so divers ist, sagt Cort-Denis Hachmeister vom CHE. Wer beim Studienort und beim Hochschultyp flexibel sei, finde in den meisten Fächern auch Alternativen ohne NC, wenn es an der Wunschuni zunächst nicht klappt. Ausnahmen von dieser Regel gebe es nur ganz wenige – die am stärksten nachgefragten Fächer Medizin, Pharmazie und Psychologie.

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