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Annette Schavan

© AFP

Nach bestätigtem Entzug des Doktortitels: Annette Schavan verlässt Hochschulrat der LMU

Ex-Ministerin Annette Schavan verlässt den Hochschulrat der LMU München. Die Dekane wünschten den Abgang - es fehle "die notwenige Akzeptanz" für Schavans Verbleib.

Die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wird aus dem Hochschulrat der Universität München ausscheiden, wie das Gremium mitteilt. Die Dekane der 18 Fakultäten hätten „das Präsidium in seiner Auffassung bestärkt, Frau Schavan zu bitten, ihr Mandat im Hochschulrat der LMU niederzulegen“. Es fehle „die notwendige Akzeptanz“ für Schavans Verbleib in dem Gremium.

Schavan war im Februar 2013 von der Universität Düsseldorf der Doktorgrad wegen vorsätzlicher Täuschung entzogen worden. Dagegen hatte sie geklagt. Vor drei Wochen war aber auch das Düsseldorfer Verwaltungsgericht zu dem Schluss gekommen, dass Schavan vorsätzlich getäuscht hat.

In den Münchener Hochschulrat war Schavan im Oktober vergangenen Jahres auf Vorschlag des LMU-Präsidenten Bernd Huber mit Zustimmung des Senats der Uni berufen worden. An der Universität und innerhalb der scientific community hatte das zu heftigem Widerspruch geführt. Der Hochschulrat rechtfertigt die damalige Entscheidung jetzt damit, Schavan sei als „herausragende Persönlichkeit mit umfassender Expertise und langjähriger Erfahrung im Wissenschaftssystem“ für das Gremium gewonnen worden: „Der Aberkennung des Doktortitels wurde demgegenüber weniger Gewicht beigemessen, auch weil sich renommierte Wissenschaftler verschiedener Institutionen gegen die Aberkennung ausgesprochen hatten.“

Das Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts wird erst rechtskräftig, wenn Schavan nicht binnen vier Wochen Berufung beantragt. Die FU will über Schavans Honorarprofessur erst dann entscheiden, hatte es von dort nach der Urteilsverkündung geheißen.

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