Audimax-Besetzung an der TU Berlin : Eher einer kleine Revolution

Was bringt die Besetzung des Audimax der TU Berlin? Sicher keinen neuen "Bildungsstreik". Aber eine Tariferhöhung haben die studentischen Hilfskräfte verdient. Ein Kommentar.

Streikposten und müde Besetzer*innen sitzen vor dem Hauptgebäude der TU Berlin.
Streikposten und müde Audimax-Besetzer am Donnerstagmorgen vor dem Hauptgebäude der TU Berlin.Foto: Amory Burchard

Seit einem Jahrzehnt ist es vergleichsweise ruhig geblieben an den deutschen Unis. Der große „Bildungsstreik“, bei dem damals Zehntausende gegen Leistungsdruck und „Bulimie-Lernen“ im Bachelor auf die Straße gingen, ließ sich nie wiederholen.

Doch jetzt ist wieder ein Audimax besetzt, an der TU Berlin. Mit den studentischen Hilfskräften aller Berliner Hochschulen, die für die erste Tariferhöhung seit 2001 kämpfen, haben sich Studierende im Bündnis „Wir streiken alle!“ solidarisiert. Neben der Tarifforderung geht es auch um hochschulpolitische Dauerbrenner wie mehr studentische Mitbestimmung in den Unigremien. Und die Klage über die prekäre Studienfinanzierung vieler, auch der Bafög-Bezieher.

Aber selbst wenn die Demonstration, aus der heraus das Audimax besetzt wurde, einige Hundert Leute mobilisierte: Am Morgen darauf und bei der ersten „Vollversammlung“ waren es nur noch rund 50. Ein neuer „Bildungsstreik“, der die Berliner Unis wie von den Aktivisten erhofft zum revolutionären Raum macht, wird daraus sicher nicht. Doch eine Tariferhöhung und regelmäßige Anpassungen haben die studentischen Mitarbeiter nach 17 Jahren durchaus verdient.

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