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Blutspende von Tieren für Tiere: Wie können Transfusionen Waldi, Maumi und Co. helfen?
Was tun, wenn der Hund oder die Katze schwer krank ist oder durch einen Unfall viel Blut verloren hat? Bluttransfusionen können solche Tiere retten. Was muss man hierzu wissen?
Stand:
Großer Blutverlust, Gerinnungsstörungen oder bestimmte Krankheiten – auch Tiere brauchen Blutspenden. Und auch Tiere spenden Blut. In Deutschland gibt es mehrere Blutbanken. Die wichtgsten Fragen und Antworten:
Wie läuft eine Blutspende ab?
Bestimmte Voraussetzungen müssen gegeben sein. So müssten Spendertiere gesund, regelmäßig geimpft und entwurmt und immer wieder gegen Zecken behandelt sein, sagt Tierärztin Silke Knoll vom Landesverband praktizierender Tierärzte Baden-Württemberg.
Meistens sind es größere Haustiere wie Hunde, Katzen oder Pferde, bei denen Blutspenden nachgefragt sind. Ideal für Spenderhunde sei ein Alter von 1 bis 7 Jahren und ein Gewicht von über 20 Kilo, erläutert Knoll. Bei Spenderkatzen sei ein Gewicht von mehr als 4 Kilo ideal und ein Alter von 1 bis 9 Jahren. Und: „Die Spendertiere sollten ein ruhiges Gemüt haben und in den nächsten 24 Stunden nach Blutspende nicht stark beansprucht werden“, sagt sie.
Wie kommt man an Spenderblut?
Spendenregister gibt es inzwischen häufig. „In unseren eigenen Datenbanken sind derzeit mehrere Dutzend Hunde und Katzen erfasst“, berichtet Tierärztin Susanne Arndt vom Kleintierzentrum Arndt in Karlsruhe. „Die Tendenz ist seit einigen Jahren steigend, weil das Thema in der Öffentlichkeit präsenter wird.“ Erst im Oktober hatte Arndt Tierbesitzer zu einer Typisierungsaktion für das Blut ihrer Tiere aufgerufen. Ein bundesweites zentrales Register gibt es ihren Worten zufolge nicht.
Gibt es spezielle Blutbanken?
Es existieren nur in wenigen tiermedizinischen Praxen Blutbanken für die tierischen Patienten, schreibt das Deutsche Rote Kreuz auf seiner Website. Mit ein Grund dafür ist, dass Blutkonserven nur begrenzt – bis zu 40 Tage bei 2 bis 6 Grad – haltbar sind, so Knoll.
Große Tierkliniken oder Standorte, die an Universitäten angesiedelt sind, führen hingegen durchaus Blutbanken. Wichtig dabei, so betont es Barbara Kohn von der Klein- und Heimtierklinik der Freien Universität Berlin: Das Blut darf nur an eigene tierische Patienten gegeben und nicht etwa auf Anfrage verschickt werden. Kommerzielle Tierblutbanken sind in Deutschland nicht erlaubt. Es gibt sie nach Worten von Andreas Moritz von der Klinik für Kleintiere an der Universität Gießen etwa in Belgien, den Niederlanden oder Portugal.
Was tun, wenn keine Blutbank in der Nähe ist?
Meist würden der Tierarztpraxis bekannte Tierbesitzer kontaktiert und gefragt, ob ihr Tier Blut spenden könne. Blut werde oft in kleineren Praxen über Praxistiere, also Tiere der Praxisinhaber oder Mitarbeiter, aber auch durch Tierbesitzer bereitwillig gespendet, sagt Knoll.
Wie groß ist der Bedarf, was kostet eine Transfusion?
Zahlen dazu, wie häufig tierische Blutspenden in Deutschland gebraucht werden, gibt es Moritz' Worten zufolge nicht. In seiner Klinik werden pro Jahr 250 bis 300 Hunde und an die 100 Katzen mit Bluttransfusionen behandelt. In der Klein- und Heimtierklinik der FU Berlin sind die Zahlen nach Kohns Worten ähnlich.
Es herrsche aber durchaus ein Mangel an Spendertieren, sagt Moritz. In seiner Klinik gebe es daher eine Liste mit Tierbesitzern, „wo die Besitzer sagen: Wir tun etwas Gutes, wir kommen Blut spenden“. Manche kämen mit ihrem Tier auch regelmäßig zum Blutspenden vorbei.
Ganz billig ist die Behandlung nicht. Eine Transfusion koste mit allem Drum und Dran um die 400 bis 500 Euro, sagte Heidi Kübler, Präsidentin der Landestierärztekammer Baden-Württemberg. Abgerechnet werde nach der Gebührenordnung. (dpa)
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