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Plastikfiguren stehen vor einem Kurvenverlauf der mit "Inflation" gekennzeichnet ist.
© REUTERS/Dado Ruvic/Illustration/File Photo

Staatliche Studienfinanzierung: Gebt dem Bafög eine neue Richtung!

Das Bafög wurde ein bisschen reformiert, aber die automatische Anpassung an die Inflation kam wieder nicht. Wann, wenn nicht jetzt in der Krise? Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Amory Burchard

Das Bafög bleibt für Studierende und für ihre Eltern eine Achterbahn der Gefühle: Zum 50. Jubiläum wurde es gefeiert – obwohl es die Mitte der Gesellschaft nicht mehr erreicht und wegen des Darlehensanteils viele abschreckt. Dann das Reformversprechen im Koalitionsvertrag, eine Art Basis-Bafög für alle.

Doch die ersten Schritte bringen kaum Fortschritt: Zwar wurde die Einkommensgrenze für Eltern um 20 Prozent angehoben, doch droht die Zahl der Bafög-Empfänger bis 2026 wieder deutlich zu sinken.

Das zeigt eine Prognose aus dem Haus von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), die doch gerade erst versprochen hat, die Strukturreform noch in dieser Legislaturperiode umzusetzen. Man kann einwenden, dass die Zahlen auch deshalb sinken werden, weil die Gehälter der Eltern weiter steigen. Das dürfte die erhöhten Freibeträge auffressen.

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Gut so, könnte man meinen, weil sich das Elternhaus die Uni der Kinder dann ja leisten kann? Stimmt aber nicht, denn die Inflation frisst mit – und jetzt auch die Energiepreis-Schraube.

Deshalb muss es zu den Entlastungspaketen gehören, Elternfreibeträge und Bafög-Sätze an Inflation und steigende Lebenshaltungskosten anzupassen. Diesen Automatismus hat bislang noch jede Regierung verweigert. Bettina Stark-Watzinger muss ihn freischalten.

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