Ländercheck des Stifterverbandes : Sachsen hat die innovativsten Hochschulen

Beim neuen Ländercheck des Stifterverbandes zum „Innovationsmotor Hochschulen“ führt Sachsen, unter anderem mit vielen Patenten. Berlin landet im Mittelfeld.

Passanten und Fahrräder vor einem avantgardistischen Neubau auf dem Campus der Universität Leipzig.
Innovativ ist auch die Architektur der „Mensa am Park“ der Universität Leipzig.Foto: Jan Woitas/ZB

Unis und Fachhochschulen in Sachsen sind durchweg erfolgreich bei innovationsorientierten Förderprogrammen, ebenso liegt der Freistaat bei Patenten aus den Hochschulen vorn. Überdurchschnittlich erfolgreich bei privaten Drittmitteln, industrieller Gemeinschaftsforschung und bei der EU-Forschungsförderung ist auch Niedersachsen.

Berlin punktet zwar mit dem bundesweit höchsten Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) am BIP und mit einer erfolgreichen Start-up-Förderung an den Hochschulen. Bei den Förderprogrammen für Fachhochschulen hat die Hauptstadt bislang aber schwach abgeschnitten.

Das sind zentrale Ergebnisse eines jetzt veröffentlichten Länderchecks des Stifterverbands und der Heinz Nixdorf Stiftung zum „Innovationsmotor Hochschulen“. Gemessen wurden dabei die Stärken und Schwächen der 16 Bundesländer in der „Innovationsorientierung“ ihrer Hochschulen.

Dabei ging es etwa um Erfolge in Förderwettbewerben, um Patente und Ko-Publikationen mit der Wirtschaft. Die Daten stammen unter anderem aus dem Förderkatalog der Bundesregierung und amtlichen Statistiken und dabei aus den Jahren 2013 bis maximal 2018.

Starke Wirtschaft kein Garant für innovative Hochschulen

Der Stifterverband hebt hervor, dass ein starkes wirtschaftliches Umfeld „kein Garant für eine hohe Innovationsorientierung der Hochschulen“ sei. Ebenso wie Berlin schaffen es auch Bayern, Baden-Württemberg und Hessen nur in das Mittelfeld des Länderchecks, „da sie weder bei Förderwettbewerben noch bei Innovationsbeiträgen herausstechen“. Stark sei Bayern aber bei privaten Drittmitteln und Ko-Publikationen. Baden-Württemberg betreibe viel Forschung, „die Innovation in Deutschland vorantreibt“.

Die Schlussgruppe bilden Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Hamburg, bei denen es dem Stifterverband zufolge massiv beim Einwerben von Fördermitteln hapert. In Brandenburg, das in der „oberen Schlussgruppe“ gesehen wird, fehle es an innovationsorientierten Forschungsbeiträgen sowie am Transfer zwischen Hochschulen und Wirtschaft. Negativ wirkten sich dort auch die bundesweit geringsten FuE-Ausgaben für Hochschulen aus.

Das Land erziele aber viele Fördererfolge, etwa beim Förderprogramm EXIST des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert wird.

Dass Berlin nur im Mittelfeld landet, ist offenbar vor allem auf das Durchfallen des hiesigen FH-Verbundes in der ersten Runde des Bund-Länder-Wettbewerbs „Innovative Hochschule“ 2017 zurückzuführen. In der zweiten Runde 2021 wollen insgesamt sechs Hochschulen erneut gemeinsam antreten.

Neben Sachsen schneiden auch andere ostdeutsche Bundesländer bei den Innovationsförderprogrammen gut ab. Sie bemühten sich um Transfer und Anwendungsnähe, lobt der Stifterverband, auch wenn es nicht überdurchschnittlich gut gelinge, „konkreten Innovationsoutput zu erzeugen“. Hier müsse man auf die langfristige Wirkung der geförderten Maßnahmen hoffen.

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