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Symbolbild: Gleißend helle Werbung am Schöneberger Gasometer.
© dpa

368 Staubsauger: Berlin, mach endlich die Leuchtreklamen aus!

Eine einzige Leuchttafel frisst so viel Strom wie zehn Ein-Personen-Haushalte. Zeit, den Strom abzustellen. Eine Glosse.

Von Lotte Buschenhagen

Strom sparen sollen wir, sagt Franziska Giffey. Mach ich natürlich. Ganz dunkel ist das bei mir. Wenn da nicht diese Reklame wäre vor meinem Fenster: Tag und Nacht scheint die hier rein. Hamburger Aktivisten haben jetzt ausgerechnet, dass das Ding mehr Strom frisst als meine ganze Wohnung. 15 828 Kilowattstunden im Jahr. Das sind zehn Ein-Personen-Haushalte. 100 Waschmaschinen. 55 E-Heizungen. 368 Staubsauger. 368 Staubsauger dafür, dass mir die ganze Nacht eine Shampoo-Werbung das Schlafzimmer flutet?

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Wahrscheinlich brauch’ ich das Shampoo bald für die grauen Haare, wenn das Ding nicht endlich ausgeht. Mit einem beleuchteten Plakat hätten wir den Murks wenigstens auf 14 Sauger runtergeschraubt. Der Shampoo-Konzern sieht das leider anders. Überhaupt: Warum mach’ ich Licht aus, wenn vor der Tür Dönerbude und Gebäudestrahler die halbe Kreuzung wecken? Klasse Idee mal wieder, diese Eigenverantwortung.

Die ist übrigens auch in Berlins Ämtern gefragt, hat Pankows Bürgermeister Sören Benn am Freitag seiner BVV gepredigt: Beim Energiesparen im Bezirksamt „kommt es auf das wache Mitdenken und Mittun der Kollegen an“, sagt er. Wenn’s weiter nüscht ist. Ich bin dann mal weg, muss da noch so ‘ne Werbung einwer-, äh, ausstöpseln. So blitzwach bin ich.

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