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Alexander King (die LINKE) im Abgeordnetenhaus Berlin am 28.09.2022 für ein Interview der LaPo (Redakteur Robert Kiesel).

© Tagesspiegel/Lydia Hesse

Spitzenkandidatur geklärt: King und Lüders sollen Berliner BSW ins Abgeordnetenhaus führen

Als letzte Partei mit Ambitionen auf das Abgeordnetenhaus hat das Berliner BSW die Spitzenkandidatur geklärt. Der Kandidat ist ein alter Bekannter.

Stand:

Der Berliner Landesverband des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) zieht mit Alexander King an der Spitze in die Abgeordnetenhauswahl. Wie dem Tagesspiegel aus Parteikreisen bestätigt wurde, führt King die vom Landesvorstand vorgeschlagene Kandidatenliste für die Wahl am 20. September 2026 an.

King, der die Linkspartei im Oktober 2023 verlassen hatte, ist seit 2024 gemeinsam mit Josephine Thyrêt Vorsitzender des Berliner BSW und war seitdem wesentlich am Aufbau der Parteistrukturen in Berlin beteiligt. Er gilt als Vertrauter der BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht und gehört dem Berliner Abgeordnetenhaus aktuell als fraktionsloser Abgeordneter an. Seinen inhaltlichen Schwerpunkt hat King in der Wirtschaftspolitik, zuletzt engagierte er sich für die Aufarbeitung der Corona-Politik in Berlin.

Vize-Bundeschef auf Rang zwei

Auf Platz zwei der Landesliste und dem Vernehmen nach in einer Doppelspitze mit King kandidiert Michael Andreas Lüders. Der 66-Jährige war von 2015 bis 2022 Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft und gehört seit Januar 2024 dem BSW-Bundesvorstand an. Am 6. Dezember wurde Lüders zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Partei gewählt. 

Auf Rang drei der vom Landesvorstand vorgeschlagenen Liste kandidiert Josephine Thyrêt. Sie ist Vorsitzende des Betriebsrats beim landeseigenen Krankenhausbetreiber Vivantes und sorgte vor knapp einem Jahr für Schlagzeilen, nachdem sie ihren Aufsichtsratsposten bei dem Klinikkonzern verloren hatte. Aus den Reihen des BSW war von einer politischen Motivation für die Abberufung die Rede, Vivantes wies entsprechende Vorwürfe zurück.

Weitere Ex-Linke mit Ambitionen

Auf Platz Vier der Liste soll nach dem Willen des Landesvorstands die einstige Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen kandidieren. Genau wie King einst Mitglied der Linkspartei, gilt Dagdelen als eines der bekanntesten Gesichter des Berliner BSW. Sie gehörte dem Bundestag 20 Jahre lang an, ehe sie das Parlament durch den Nichteinzug des BSW im Februar verlassen musste. Ihre Mitgliedschaft in der Linkspartei hatte die 50-Jährige im Oktober 2023 aufgegeben. Seit Dezember 2025 ist sie Mitglied des Bundesvorstands der BSW.

Der dritte Ex-Linke auf den ersten fünf Listenplätzen des BSW-Landesvorstands ist Norman Wolf. Wolf führt die bis dato einzige BSW-Fraktion auf Bezirksebene in Lichtenberg und kandidierte bei der Bundestagswahl im Februar für das BSW im Bezirk.

Zieht das BSW in das Abgeordnetenhaus ein, würde die dem Vernehmen nach dann aller Wahrscheinlichkeit nach von King geführte Fraktion aus mindestens acht Mitgliedern bestehen. Offiziell gewählt werden soll die Landesliste des BSW am 24. Januar auf einem Landesparteitag. Tagesspiegel-Informationen zufolge sind Anpassungen des Vorschlags durchaus denkbar.

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