• 47 Tote bei Corona-Ausbruch : Staatsanwaltschaft durchsucht Potsdamer „Ernst von Bergmann“-Klinikum

47 Tote bei Corona-Ausbruch : Staatsanwaltschaft durchsucht Potsdamer „Ernst von Bergmann“-Klinikum

Wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung wird gegen das Klinikum ermittelt. Dort hatte es im Frühjahr zahlreiche Corona-Fälle und 47 Tote gegeben.

Razzia im Klinikum: Die Ermittler stellten am Mittwoch unter anderem Patientenakten sicher.
Razzia im Klinikum: Die Ermittler stellten am Mittwoch unter anderem Patientenakten sicher.Foto: Ottmar Winter PNN

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Mittwoch bei einer Durchsuchung im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann Akten und Unterlagen sichergestellt. Hintergrund seien laufende Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Tötung im Zusammenhang mit dem Covid-19 Ausbruchsgeschehen, sagte Wilfried Lehmann, leitender Staatsanwalt, auf Anfrage. Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine“ darüber berichtet.

Beweismittel im Ermittlungsverfahren gegen drei leitende Mediziner und die beurlaubte Geschäftsführung des Klinikums seien gesichert worden, sagte Lehmann. Dazu gehörten nach seinen Angaben Patientenakten und andere Unterlagen in elektronischer Form, aber auch als Papierakten. Die Überprüfung der Beweismittel werde Monate dauern, sagte Lehmann.

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In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Von Ende Januar bis Ende April waren 140 Patienten und 208 Mitarbeiter positiv getestet worden. 47 Corona-Patienten starben in der Klinik.

Nach einer Untersuchung hatten Experten des Robert Koch-Instituts unter anderem kritisiert, dass Umzüge ganzer Stationen die Virusübertragung begünstigt haben könnten. Ein zwischenzeitlich eingesetzter Krisenstab hat unterdessen seine Arbeit beendet. (dpa)

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