"Aktenzeichen XY" : Georgines Mutter gibt die Hoffnung nicht auf

200 Meter wurden ihr zum Verhängnis: Seit 12 Jahren ist Georgine Krüger aus Berlin spurlos verschwunden. Jetzt war der Fall Thema bei "Aktenzeichen XY".

Seit dem Jahr 2006 wird Georgine aus Berlin vermisst.
Seit dem Jahr 2006 wird Georgine aus Berlin vermisst.Foto: Polizei Berlin/dpa

Seit zwölf Jahren ist ihre Tochter spurlos verschwunden, doch Georgines Mutter gibt die Hoffnung nicht auf. Vesna Krüger sitzt am Mittwochabend im Studio der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst – Spezial – Wo ist mein Kind?“ und sagt: „Ich glaube, dass meine Tochter noch lebt.“

Ihr Gesicht ist gezeichnet, sie braucht Gewissheit. Doch seit „Gina“, wie die Mutter ihre damals 14-jährige Tochter nannte, am 26. September 2006 auf dem Heimweg von der Schule gegen 13.50 Uhr an der Perleberger Ecke Rathenower Straße in Moabit aus dem Bus M27 stieg, dabei zum letzten Mal von Zeugen gesehen wurde – und danach verschwand, liefen alle Bemühungen der Polizei, das mysteriösen Geschehen aufzuklären, ins Leere.

„Ihr großer Traum war, Schauspielerin zu werden“

Deshalb hat „Aktenzeichen XY“ den Fall nun aufgegriffen. Im Studio, zwischen Ginas jüngerer Schwester und ihrem älteren Bruder, sitzt auch Kriminalkommissar Thomas Ruf von der ermittelnden 6. Mordkommission des Landeskriminalamtes. Er ist überzeugt, dass sich Georgine nicht freiwillig abgesetzt hat und untergetaucht ist. „Ihr großer Traum war, Schauspielerin zu werden“, sagt er. Sie war, das erzählt auch Vesna Krüger, „fröhlich, lebenslustig, begeisterungsfähig“. Am Tag ihres Verschwindens wollte sie eine Casting-Agentur anrufen, die ihr eine Rolle angeboten hatte. Gina war am Ziel. Kommissar Ruf: „Da läuft man nicht fort.“

Die Kripo nimmt stattdessen eher an, dass Georgine von einem Täter auf der nur 200 Meter weiten Strecke vom Busstopp zu ihrer Wohnung angesprochen und arglos in ein Haus oder Fahrzeug gelockt wurde. Dafür spreche auch, sagt Thomas Ruf, dass sich ihr Handy erst um 14.06 aus einer Funkzelle im Bereich des Busstopps ausloggte, also offenbar noch dort abrupt abgestellt wurde. Zwei Minuten vorher, um 14.04 Uhr, war ein Anruf von Ginas Oma eingegangen. Offensichtlich hatte der Täter erst dadurch das Handy bemerkt.

Ein rätselhafter Anrufer

Nach Einschätzung der Fahnder hat der Unbekannte das Mädchen eventuell schon tagelang vorher beobachtet und vielleicht angesprochen. „Sollten Zeugen dies beobachtet haben, bitten wir sie dringend, sich bei uns zu melden“, sagt Kommissar Ruf. Und dann wird in der Sendung die Stimme eines rätselhaften Anrufers eingespielt. Der hatte sich am 31. März 2018 gleich zwei Mal bei der Kripo gemeldet und behauptet, Georgines Leiche liege in einem Wald bei Brieselang im Havelland. Doch eine Suchaktion im bezeichneten Waldstück mit Spürhunden führte zu nichts.

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