Aktionstag "Berlin sagt Danke" : Gemeinsam statt einsam

Am heutigen Sonntag bedankt sich Berlin wieder bei allen ehrenamtlich aktiven Helfern. Wir stellen Initiativen vor, die noch Unterstützer suchen.

Louisa Lenz
Foto: PICTURE ALLIANCE / DPA

Was wäre die vielfältige, bunte und lebendige Hauptstadt ohne das ehrenamtliche Engagement ihrer Bewohner? Gut 65 Prozent der Berliner sind laut dem Forschungsinstitut Deutsches Zentrum für Altersfragen öffentlich gemeinschaftlich aktiv.

Zum dritten Mal findet am Sonntag der Aktionstag „Berlin sagt Danke“ statt, der für alle ehrenamtlich tätigen Menschen in der Hauptstadt gedacht ist. Um ein sichtbares Zeichen der Dankbarkeit zu setzen, bieten mehr als 137 Einrichtungen am heutigen Sonntag den Ehrenamtlichen kostenlose Führungen, Veranstaltungen, freien Eintritt oder Kontingente an Freikarten.

Zu den teilnehmenden Institutionen gehören zum Beispiel Theater, Museen, Opern, die Philharmonie, der Zoo, der Tierpark, das Abgeordnetenhaus und Schwimmbäder. Außerdem gibt es im Roten Rathaus einen „Markt der Möglichkeiten“, auf dem sich soziale Organisationen und Initiativen vorstellen. Weitere Informationen zum Aktionstag gibt es unter http://www.berlin.de/berlin-sagt-danke/programm/ und www.berlin.de/berlin-sagt-danke/aktionstag.

Hier werden Helfer gesucht! -
Sechs Tipps, wo man sich in Berlin ehrenamtlich engagieren kann

Die Möglichkeiten, sich in Berlin ehrenamtlich zu engagieren, sind vielfältig. Wer in diesem Jahr noch nicht zu den Ehrenamtlichen gehört, denen die Stadt dankt, will vielleicht im nächsten Jahr dabei sein?

Ideen dafür finden Sie in den nachfolgenden Texten. Vom Engagement als Pate für ein Pflegekind bis zur Arbeit im Hospiz: Unser Überblick bildet das breite Spektrum beispielhaft ab und zeigt, welche Organisationen und Initiativen gerade Ehrenamtliche suchen.

Foto: Kitty Kleist-Heinrich

1.) Pate für ein Kind werden

Das Projekt Patenkinder Berlin sucht, vermittelt und betreut Patenschaften zwischen Pflegekindern und ehrenamtlichen Paten. Meist haben Pflegekinder, die aus den verschiedensten Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, aufgrund ihrer Vorgeschichte einen hohen Bedarf an Zuwendung und Betreuung. Oft haben sie zum Beispiel schon mehrere schwierige Lebensstationen durchmachen müssen, entsprechend viel Geduld, Aufmerksamkeit und Feingefühl benötigen diese Kinder. Eine Patenschaft bietet einem Pflegekind eine zusätzliche Bezugsperson und entlastet die Pflegeeltern. Für das Pflegekind wird der gemeinsame Tag mit dem Paten oft zu einem besonderen Tag, an dem gemeinsam Zeit verbracht wird und das Selbstwertgefühl des Patenkindes wachsen kann. Wer Lust hat, eine wichtige Bezugsperson im Leben eines Kindes zu werden, kann sich auf www.patenkinder-berlin.de, unter Telefon 21 00 21 28 oder mit einer Mail an info@patenkinder-berlin.de informieren. Außerdem finden regelmäßig Informationsabende statt, der nächste am 12. April von 18 bis 19.30 Uhr in der Stresemannstraße 78, Kreuzberg.

Foto: Getty Images / Istock

2.) Die Einsamkeit vertreiben

Der Ehrenamtliche Besuchsdienst des Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. umfasst zwei Besuchsdienste: Die Alltagsbegleitung für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, und den Besuchsdienst für ältere und pflegebedürftige Menschen. Ehrenamtliche Mitarbeiter des Besuchsdienstes begleiten an Demenz Erkrankte stundenweise durch den Alltag. Durch die Besuche und die Zuwendung entlasten die Ehrenamtlichen Angehörige und steigern beispielsweise durch kleine Ausflüge zu bekannten Orten oder durch das Vorlesen aus geliebten Büchern das Wohlbefinden der Erkrankten. Aber auch ältere oder pflegebedürftige Menschen freuen sich über Austausch, Zuwendung und gemeinsame Aktivitäten. Informationen finden sich unter besuchsdienst.nbhs.de oder können unter der Telefonnummer 85 99 51 223 erfragt werden. Zudem gibt es in jedem der zwölf Bezirke eine sogenannte Kontaktstelle Pflegeengagement, die Selbsthilfe- und Ehrenamtsstrukturen in der Pflege stärken soll. Die Kontaktstelle in Charlottenburg sitzt beispielsweise in der Bismarckstraße 101 in Charlottenburg und bietet Sprechzeiten dienstags von 13 bis 15 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung an. Außerdem ist sie zu erreichen unter 89 02 85 35 oder pflegeengagement@sekis-berlin.de. Ein Überblick für alle zwölf Bezirke findet sich unter www.pflegeunterstuetzung-berlin.de.

Foto: AFP, Odd Anderson

3.) Tierisch was bewegen

Freunde von Flauschigem, Fedrigem und Fauchendem können ihre Begeisterung in den Dienst der guten Sache stellen. Der Förderverein von Zoo und Tierpark bietet eine Vielzahl von ehrenamtlichen Einsatzmöglichkeiten. So werden beispielsweise Dozenten gesucht für die Akademie Hauptstadtzoos, die Bildungsangebote für Erwachsene und Schüler entwickelt. Ehrenamtliche Dozenten, die Erfahrungen in Bildungsarbeit in den Bereichen Tiere, Natur- und Artenschutz haben, können dort ihr Wissen weitergeben – etwa ehemalige oder noch aktive Biologie-Lehrer. Außerdem werden Ehrenamtliche gesucht, die Spaß daran haben, Garten- und Grabbereiche im Tierpark zu pflegen. Mitwirken können Freiwillige auch in der Arbeitsgruppe Artenschutz. Sie macht an Aktionstagen in Zoo und Tierpark auf die Probleme von Tierarten aufmerksam, die vom Aussterben bedroht sind. Auch sogenannte Scouts werden noch gebraucht, die Besucher informieren und Fragen über Zootiere, Zuchtprogramme oder Artenschutzprojekte beantworten.

Wer interessiert ist, findet weitere Infos unter www.freunde-hauptstadtzoos.de/unterstuetzung/ehrenamt oder kann anfragen: per Mail unter info@freunde-hauptstadtzoos.de oder der Telefonnummer 51 53 14 07.

Foto: dpaOle Spata

4.) Schulstreit schlichten

Ehrenamtliche im Lebensabschnitt 55 plus sucht das Projekt „Seniorpartner in School“. Sie verbringen in Zweier-Team jeweils einen festen Wochentag in einer Schule und sind dort als Schulmediator tätig. Die Aktiven helfen den Schülern, Konflikte gewaltfrei durch Mediation zu lösen und unterstützen junge Menschen beispielsweise in herausfordernden Lebenssituationen durch fördernde Einzelgespräche. So soll lebenslanges Lernen sowie das Verständnis und die Solidarität zwischen den Generationen gefördert werden. Jung und Alt sollen voneinander lernen und gegenseitig profitieren. Die Ehrenamtlichen werden in einer Basisausbildung, die aus 80 Stunden Mediationsausbildung besteht, auf ihre Tätigkeit vorbereitet und erhalten Supervision und Weiterbildungsangebote, wie beispielsweise Workshops, in denen Anti-Mobbing-Strategien entwickelt werden. Wer ehrenamtlicher Seniorpartner werden möchte, kann eine Mail schicken an info@seniorpartner-berlin.de, sich unter Telefon 62 72 80 48 melden oder sich informieren unter www.seniorpartner-ber

Foto: Thilo Rückeis

5.) Jungen Geflüchteten helfen

Der Caritas-Vormundschaftsverein Berlin sucht Spreepaten als Ansprechpartner und Vertrauensperson für junge Geflüchtete. Genau wie alle anderen Jugendlichen stehen Geflüchtete im Alter von 18-25 Jahren vor den Herausforderungen des Erwachsenwerdens, wie zum Beispiel der Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder Gänge zu verschiedenen Behörden. Sie sind zwar volljährig, aber oft dennoch dankbar, wenn Paten sie unterstützen und begleiten. Auch viele unbegleitete Geflüchtete, die noch minderjährig sind, leben in Deutschland. Gesucht werden Ehrenamtliche, die Vormundschaften für diese jungen Menschen übernehmen. Die Aufgaben umfassen dabei das Sicherstellen von kindgerechter Unterkunft und angemessener Schulbildung, die Regelung der medizinischen Versorgung oder die rechtliche Vertretung. Der Caritas-Vormundschaftsverein schult, qualifiziert, berät und unterstützt die Vormünder und Paten in ihrer Tätigkeit umfassend. Informationen gibt es unter www.caritas-berlin.de, per Mail über vormundschaftsverein@caritas-berlin.de und unter der Telefonnummer 26 39 80 932.

Foto: picture alliance / dpa, Oliver Berg

6.) Sterbenden zur Seite stehen

Es ist eine Art des ehrenamtlichen Engagements, die ganz besondere Herausforderungen mit sich bringt: Sterbende Menschen in der Zeit des Abschiednehmens zu begleiten, da zu sein, damit sie Ängste, Sorgen, Wünsche oder Hoffnungen teilen können. Dafür sucht das Diakonie-Hospiz Lichtenberg Ehrenamtliche, die schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen zu Hause besuchen, mit ihnen musizieren, basteln, backen, Sitzwachen im Krankenhaus oder Pflegeheim durchführen oder bei Veranstaltungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit mitarbeiten. Die Ehrenamtlichen werden in einem mehrmonatigen Kurs vorbereitet und befähigt, sterbende Menschen und ihre Angehörigen situationsgerecht zu begleiten. Auch während ihrer Mitarbeit werden sie mit ihren Eindrücken und Erfahrungen nicht alleine gelassen: Sie werden mit Fallbesprechungen, Supervision und Fortbildungen professionell begleitet. Der nächste Vorbereitungskurs startet Anfang 2019.

Wer sich für die Mitarbeit interessiert, ist gebeten, vorab einen Fragebogen auszufüllen. Dieser ist online zu finden, und zwar unter der Adresse

www.hospiz-lichtenberg.de/ehrenamt-berlin Weitere Informationen können Interessierte auch telefonisch erfragen, nämlich unter der Nummer 54 72 57 13.

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