Antisemitismus in Brandenburg : Mehr Übergriffe auf jüdische Einrichtungen als 2018

Brandenburg verzeichnete in den ersten neun Monaten dieses Jahres doppelt so viele Übergriffe auf jüdische Einrichtungen wie im gesamten Vorjahr.

Ein Davidstern auf einem Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof.
Ein Davidstern auf einem Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof.Foto: Bernd Wüstneck/dpa

In Brandenburg hat es in den ersten neun Monaten dieses Jahres doppelt so viele Übergriffe auf jüdische Einrichtungen gegeben wie im gesamten Vorjahr. Das teilte das Innenministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linksfraktion des Landtags mit.

Bei den sechs Fällen, die sich in diesem Jahr bis zum 20. September ereigneten, handelte es sich unter anderem um Sachbeschädigungen und Schmierereien an jüdischen Gedenkstätten und Gemeindezentren. Im gesamten Jahr 2018 zählte die Polizei drei Fälle.

Wie aus der Antwort des Ministeriums hervorgeht, wurden seit 2014 in Brandenburg 23 Objekte des jüdischen Lebens angegriffen. Dabei handelte es sich ausschließlich um rechtsmotivierte Straftaten.

Die Polizei registriert neben den Vorfällen gegen jüdische Einrichtungen separat auch antisemitische Straftaten wie Volksverhetzungen, Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen und Bedrohungen. Von Januar bis September dieses Jahr zählte sie 94 solcher antisemitischer Straftaten, das waren zwei Fälle mehr als im gesamten Vorjahr. Seit 2014 ereigneten sich 510 antisemitische Delikte, die bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls auf das Konto rechtsextremistischer Täter gehen.

Die Polizei und die jüdischen Gemeinden Brandenburgs vereinbarten Ende Oktober laut Ministerium den Aufbau eines Sicherheitsnetzwerks, um den Schutz der in Brandenburg erfassten 105 jüdischen Liegenschaften und Objekte zu erhöhen.

Dazu sollen auch auf der regionalen Ebene feste Ansprechpartner für schnelle und unkomplizierte Absprachen festgelegt werden. Dennoch könne auch künftig nicht ausgeschlossen werden, dass jüdische Einrichtungen Ziel politisch rechtsmotivierter Straftaten bleiben werden. (dpa)

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