Auf der Havelchaussee : BVG-Traditionsbusse im Wald: Den Kritikern stinkt's

Zwischen dem S-Bahnhof Messe Nord und der Pfaueninsel fährt alle zwei Stunden ein Oldtimer-Bus. Was die einen erfreut, stinkt den anderen.

Klassiker an der Havelchaussee.
Klassiker an der Havelchaussee.Foto: André Görke

Die einen freuen sich einen Oldtimer zu sehen, mit dem sie sogar ohne Aufpreis fahren können, den anderen stinkt es gewaltig. In letzter Zeit nehmen die Beschwerden über den Einsatz historischer Busse vor allem auf der Havelchaussee wieder zu, bestätigte jetzt Sven Sonnenburg von der Arbeitsgemeinschaft Traditionsbus Berlin. Deren Mitglieder erhalten die Oldtimer, die aus dem Fuhrpark der BVG ausgeschieden sind. Sie fahren im Auftrag der BVG zweistündlich im Linienverkehr auf der Ausflugsstrecke 218 zwischen dem S-Bahnhof Messe Nord und der Pfaueninsel. Dazwischen setzt die BVG ihre Regelbusse ein.

„Natürlich wissen wir, dass unsere Busse nicht die heutigen Abgasnormen erfüllen“, sagte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Stefan Freytag. Sie fahren mit einer Sondergenehmigung. Wie viele Abgase ausgestoßen werden, sei auch von den – ehrenamtlichen – Fahrern abhängig, sagte Freytag. Sie sollten nicht mit Vollgas einen Berg hochbrettern, sondern gemütlich unterwegs sein.

Die Rußwolke löse sich zudem meist schnell auf. Eine Ansicht, die Kritiker nicht teilen. Es sei unverständlich, wie man durch dieses Erholungsgebiet mit den ältesten ungefilterten Motoren fahren müsse, schrieb ein Leser. Die Erholungssuchenden erstickten alle 15 bis 30 Minuten in einer stinkenden Dieselwolke – die Oldies fahren aber nur alle zwei Stunden.

Dass die Oldtimer nicht der heutigen Norm entsprechen, bestätigte auch BVG-Sprecherin Petra Reetz. „Aber die meisten Leute freuen sich, wenn sie damit fahren können.“

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