Berlin-Charlottenburg : Warum der Wasserklops nicht mehr sprudelt

Nach 36 Jahren ist die Elektrik des Weltkugelbrunnens auf dem Breitscheidplatz total marode. Frühestens Ende Juni kann wieder Wasser fließen.

Auf dem Trockenen. Mindestens bis Ende Juni bleibt der Weltkugel-Brunnen auf dem Breitscheidplatz außer Betrieb.
Auf dem Trockenen. Mindestens bis Ende Juni bleibt der Weltkugel-Brunnen auf dem Breitscheidplatz außer Betrieb.Foto: Cay Dobberke

Der denkmalgeschützte Weltkugelbrunnen auf dem Charlottenburger Breitscheidplatz – Spitzname: „Wasserklops“ – gehört zu Berlins bekanntesten Brunnen. Doch derzeit wundern sich die Passanten und die vielen Touristen, die sich gerne dort treffen und auf der Einfassung sitzen. Obwohl die stadtweite Brunnensaison bereits Mitte April begonnen hatte, rinnt kein Tropfen aus der Anlage. Nur Regenwasser sammelt sich im Becken. Der Grund sind große technische Mängel.

Nun hat das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf ein Fachunternehmen mit provisorischen Reparaturen beauftragt und hofft, dass die Anlage ab Ende Juni wieder sprudelt. Eine grundlegende Sanierung soll im Herbst folgen. Um den normalen Betrieb kümmern sich neuerdings die Berliner Wasserbetriebe, nachdem das Land Berlin den Sponsorenvertrag mit der Außenwerbungsfirma Wall AG gekündigt hatte. Ihre Kosten stellen die Wasserbetriebe den Bezirken in Rechnung, die dafür wiederum mehr Geld vom Senat erhalten.

Elektrik könnte in Brand geraten

Der halbkugelförmige Granitbrunnen mit Bronzefiguren war vom Berliner Bildhauer Joachim Schmettau gestaltet und 1983 eröffnet worden. Die Technik sei fast unverändert geblieben und „in die Jahre gekommen“, sagt der Sprecher der Wasserbetriebe, Stephan Natz. Unter anderem dringe Wasser in die elektrische Anlage ein. Es bestehe sogar Brandgefahr durch Kurzschlüsse.

Die Sanierung kostet voraussichtlich Zehntausende Euro. Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) befürchtet, dass dies den Bezirkshaushalt belasten wird. Der Senat habe erst im März über den Vertrag mit den Wasserbetrieben informiert. Demnach könnten die Bezirke zwar „größere Instandsetzungen“ in eine Investitionspauschale aufnehmen, die der Senat gewährt. Aber: „Die Pauschale wird immer für fünf Jahre festgelegt.“

Leider seien stadtweit „viele Brunnen nicht in einem Zustand, der der Norm entspricht“, beklagen die Wasserbetriebe. Aktuell sind in der City West auch der Springbrunnen auf dem Prager Platz (wo die Berliner Brunnensaison feierlich eröffnet worden war) und der Gänseliesel-Brunnen auf dem Nikolsburger Platz außer Betrieb. Dort gibt es Probleme mit Schaltern und Motoren.

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