Berlin-Friedrichshain : Anwohner wehren sich gegen Tram zum Ostkreuz

Die Straßenbahnlinie 21 soll künftig durch die Sonntagstraße direkt zum Ostkreuz fahren. Anwohner fürchten Lärm, Baumfällungen und wegfallende Parkplätze.

Künftig soll auch die Straßenbahn 21 direkt zum Ostkreuz fahren – doch Anwohner fürchten Lärmbelästigungen.
Künftig soll auch die Straßenbahn 21 direkt zum Ostkreuz fahren – doch Anwohner fürchten Lärmbelästigungen.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Ärger im Friedrichshain um die geplante Neubaustrecke der Straßenbahnlinie 21: Bisher laufen die Schienen durch die Boxhagener- und Marktstraße und damit rund 400 Meter vom Ostkreuz entfernt – durch den Neubau soll der Verkehrsknotenpunkt besser ans übrige ÖPNV-Netz angeschlossen werden.

Deshalb soll die Tram jetzt an der Holteistraße abbiegen und durch die Sonntagstraße direkt zum Ostkreuz fahren, an dem sie unterirdisch vorbei geleitet und dann weiter über die Marktstraße bis zur Endstation Karlshorster Straße geführt wird. Geplant ist außerdem eine weitere Linie, die 22, die auf Teilen dieser Trasse zwischen Friedrichshain und Rummelsburg verkehren soll.

Als das Ostkreuz noch ein Rostkreuz war
Wirklich, es war ein Rostkreuz! 2005 fotografierte Harald Gfroerer diese Brücke. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie uns Ihre Aufnahmen vom alten Ostkreuz an leserbilder@tagesspiegel.de.Weitere Bilder anzeigen
1 von 74Foto: Harald Gfroerer
12.12.2018 11:20Wirklich, es war ein Rostkreuz! 2005 fotografierte Harald Gfroerer diese Brücke. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie uns...

In der Sonntagstraße wehren sich die Anwohner allerdings vehement gegen die Pläne, berichtet die „Berliner Woche“: Sie beklagen das voraussichtliche Fällen von Bäumen, eine zunehmende Gefahr von Unfällen und die hohen Baukosten von mehr als 12 Millionen Euro. Außerdem entfallen durch den Bau knapp 100 Parkplätze, alternative Parkmöglichkeiten sind nicht vorgesehen, obwohl die Parksituation laut Anwohner schon jetzt angespannt ist.

Vor allem aber befürchtet man im Kiez unzumutbare Lärmbelästigung: Zunächst durch den Baulärm, nach Fertigstellung durch lautes Quietschen der Tram und schließlich durch die Touristen, die nachts durch die Straßen zur Haltestelle ziehen könnten. Die Pläne können derzeit im Stadtplanungsamt Lichtenberg eingesehen werden. Einwendungen zum Planfeststellungsverfahren sind noch bis zum 15. Februar möglich.

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