Berlin-Kreuzberg : Senat will "Straßenraum in Lebensraum" verwandeln

"Autofreier Wrangelkiez" soll eine neue Machbarkeitsstudie in Kreuzberg heißen. Die Verkehrssenatorin hofft auf "mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum".

Alle hinein in die BVG! Regine Günther fährt schon mal vor.
Alle hinein in die BVG! Regine Günther fährt schon mal vor.Foto: Imago

Berlin, eine Stadt ohne Autos? Die Debatte läuft auf Hochtouren, nachdem Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) von ihrem Ideal gesprochen hatte: "Wir möchten, dass die Menschen ihr Auto abschaffen.“ Prompt kam scharfe Kritik.

Nun erfolgte am Freitag der nächste Schritt: Die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt - mit Regine Günther an der Spitze - verkündete, dass die Machbarkeitsstudie "Autofreier Wrangelkiez" finanziert werde.

Was heißt das konkret? "Im Rahmen der Untersuchung wird geprüft, wie der Straßenraum im Wrangelkiez so gestaltet werden kann, dass das Wohnquartier für die Anwohnerinnen und Anwohner lebenswerter und attraktiver wird", heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung.

Der Titel der Studie ("autofreier Wrangelkiez") klingt radikal - die Realität so: "Es wird geprüft, wie eine weitgehende Verringerung des motorisierten Individualverkehrs erreicht werden kann. Dabei sollen auch Lösungen für den Lieferverkehr in der Wrangelstraße geprüft werden."

Es geht um den Kiez zwischen Spree, Landwehrkanal, Görlitzer Park und Skalitzer Straße. Für Radfahrer soll es Verbesserungen geben.

Über den autofreien Wrangelkiez werde schon länger im Bezirk diskutiert. "Die Bürgerinnen und Bürger des Wrangelkiezes setzen sich seit Jahren für eine Verkehrsberuhigung in ihrem Wohnumfeld ein", schrieb Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) in ihrer Stellungnahme. Sie hofft, dass der Kiez "zum Pilotprojekt für Autofreiheit in der Innenstadt und damit zum Vorreiter für moderne Mobilität wird“.

Schon 2019 sollen einzelne Straßen beruhigt werden: Zwei Diagonalsperren werden an den Kreuzungen der Wrangelstraße mit der Cuvrystraße und der Falckensteinstraße errichtet.

Schlusswort der Verkehrssenatorin: „Wir wollen modellhaft untersuchen, wie wir den Straßenraum in Lebensraum für die Anwohnerinnen und Anwohner verwandeln können."

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