Berlin-Mitte : Humboldt-Forum bekommt Dach-Café

Weitere Berliner Kultur-Projekte werden in diesem Jahr mit 2,8 Millionen Euro gefördert. Ab 2019 gibt es nochmal sechs Millionen Euro.

Im Humboldt-Forum sollen ab 2019 dauerhafte Ausstellungen gezeigt werden. Jetzt ist auch ein Dach-Café in Planung.
Im Humboldt-Forum sollen ab 2019 dauerhafte Ausstellungen gezeigt werden. Jetzt ist auch ein Dach-Café in Planung.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

14 Stunden haben die Haushälter verhandelt, und während die deutsche Fußball-Pleite gegen Korea lief, alle Streitpunkte in ihrer „Bereinigungssitzung“ ausgeräumt – und für Berlin zehn Millionen Euro mehr als geplant locker gemacht. Der Bundestag meint es gut mit der Hauptstadt, profitiert aber selbst auch mit von dem Geldsegen.

Denn die Rekonstruktion der drei Schlüter-Fassaden, die das Humboldt-Forum verkleiden und in ihrer Größe, Gestalt und Ausrichtung das Schloss nachbilden, bekommt eine ganz besondere Attraktion: Ein Dach-Café an der Kuppel, von der aus der Blick weit über Berlin reicht.

"Berlin ist das Aushängeschild Deutschlands"

Bisher fehlte das Geld, um diese Sonderausstattung bezahlen zu können, die nicht im Budget enthalten war. Ähnlich verhält es sich übrigens mit einigen Ornamenten an Portalen des Schlosses. Aber wie sagt der Berliner Bundestagsabgeordnete Swen Schulz (SPD) ganz richtig: „Berlin ist das Aushängeschild Deutschlands. Da ist es folgerichtig, dass die Berliner Kultur auch mit Mitteln des Bundes unterstützt wird.“

Deshalb haben die Haushälter auch nicht bei anderen klammen Kulturprojekten Berlins geknausert. Weitere 2,8 Millionen Euro stellt der Bund in diesem Jahr zusätzlich für Investitionen in kulturelle Einrichtungen in Berlin zur Verfügung. Ab 2019 sind es sogar sechs weitere Millionen Euro.
Die neben dem Schloss für die Stadt aber vielleicht wichtigste Nachricht: Auch dieser mächtige Ausschuss hat die vereinbarte Rekonstruktion der Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel schräg gegenüber vom Schloss beschlossen. Die Ergebnisse eines ersten Ideenwettbewerbs waren Anfang des Jahres vorgestellt worden, ohne einen eindeutigen Sieger zu küren, was die Gerüchte über die Fortschreibung des Vorhabens angeheizt hatte. Jetzt haben die Haushälter für Arbeitsverträge eines Gründungsdirektoriums 600.000 Euro losgeeist und für die Zukunft eine „institutionelle Förderung" geplant.

Geldsegen für Kultur-Projekte

Mit zwei Millionen Euro wird die historische Rennbahn in Hoppegarten bedacht. Für die Folgejahre gibt es weitere zwei Millionen Euro. Das historische Bootshaus Berlin in Treptow erhält bis zu 600.000 Euro in diesem Jahr und 1,9 Millionen in den Folgejahren. Die Evangelische Schlosskirche im Pankower Ortsteil Buch soll bis zu 200.000 Euro erhalten und ab 2019 weitere 2,2 Millionen.

Für den Ausbau des Internetangebotes zur Präsentation der ehemaligen Stasizentrale als „Ort deutscher Diktatur und Demokratiegeschichte“ gibt es zusätzlich 650.000 Euro. Damit wird das Projekt mit etwas mehr als fünf Millionen Euro gefördert. Das Leo-Baeck-Institut Berlin erhält 6,6 Millionen, davon 240.000 Euro zusätzlich für das Projekt „Online-Kalender 1938“. Die Finanzierung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand wird um 1,4 auf 4,7 Millionen Euro erhöht. In den Folgejahren werden noch einmal 2,25 Millionen zur Verfügung gestellt.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

25 Kommentare

Neuester Kommentar