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Berlin-Zehlendorf : Zick-Zack-Radweg wird entfernt - zumindest teilweise

Die Posse um Berlins berühmtesten Radweg geht weiter: Der abstruse Zick-Zack-Kurs für Radler in Zehlendorf wird nun entfernt, aber nur zur Hälfte.

Nur noch Zick, kein Zack. Arbeiter haben am Dienstag mit der Entfernung begonnen.
Nur noch Zick, kein Zack. Arbeiter haben am Dienstag mit der Entfernung begonnen.Foto: Boris Buchholz

Dienstagmorgen, 10.30 Uhr: An der Leo-Baeck-Straße kreischen drei Fräsen, Staubwolken wirbeln auf, Mitarbeiter einer Straßenmarkierungsfirma haben damit begonnen, den kuriosen und derweil weltweit bekannten eckigen Radweg zu entfernen. Ihr Auftrag sei „fräsen, fräsen, so schnell wie möglich“, sagt einer der Arbeiter. Er schätzt, dass er einige tausend Mal seine schwere Fräse vor und zurückziehen müsse, um den weißen Begrenzungsstreifen vom Trottoir zu putzen - und zwar nur den in Fahrtrichtung rechten. 

Der linke Streifen könne nicht weggefräst werden, er müsse übermalt werden, „weil fräsen auf Mosaikpflaster nicht geht“, teilte das Bauamt auf Nachfrage mit. In der Leo-Baeck-Straße sieht man noch hier und da rote Farbreste: Vor Jahren gab es in der Zehlendorfer Straße schon einmal einen Radweg. Das Ziel des Amts sei es, die alten Markierungen einfach zu erneuern.

Da war die Welt noch zick-zack: Der Radweg war vor wenigen Wochen auf den Gehweg gemalt worden.
Da war die Welt noch zick-zack: Der Radweg war vor wenigen Wochen auf den Gehweg gemalt worden.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Die Information, dass die Firma, die die Radspur gerade beseitigt, nichts mit der Zick-Zack-Markierung zu tun hätte, stimmt nicht: Das Bezirksamt bestätigt, dass es sich um das gleiche Unternehmen handelt. Auf Nachfrage wollte sich die Firmen-Geschäftsführung gegenüber dem Tagesspiegel nicht äußern.

Eigentlich sollte der Radweg schon am Wochenende entfernt werden, dies hatte der Bezirk vorigen Mittwoch beschlossen.

Anwohner Hansgeorg Vogel ist es recht, dass die eckige Radspur wieder verschwindet: An manchen Stellen sei der verbleibende Fußweg für einen Kinderwagen oder einen Rollator zu eng gewesen. Aber „die Kinder lieben es wohl“, beobachtete er. „Es ist mir wurscht, ob der Radweg eckig ist oder rund“, sagt Susanne Rittig, die ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Süd-Grundschule und zur Kita bringt. Hauptsache sei für sie, dass es überhaupt einen Radweg gebe.

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