Berliner Fanmeile : Pedelec-Bastler löst Bombenalarm aus

Ein offenbar selbst gebastelten Fahrrad-Akku hielten Polizisten auf der Fanmeile für eine Bombe. Der Bastler versteht die Aufregung nicht.

Dieses selbst gebaute Pedelec löste einen größeren Polizeieinsatz aus.
Dieses selbst gebaute Pedelec löste einen größeren Polizeieinsatz aus.Foto: privat

Für Sven S. ist sein Fahrrad, das er mit einem Elektrobausatz aufgerüstet hat, ein ganz normales motorgetriebenes Pedelec. Mit diesem wollte er am Dienstagnachmittag am Eingang Ebertstraße über die Fanmeile fahren, um eine Abkürzung zu nehmen. Für die Polizei an den Einlasskontrollen war das Gefährt, an dem der wie eine Metallflasche aussehende Akku vorne am Rahmen befestigt und mit Drähten verbunden war, eine potenzielle Gefahr für die Sicherheit der Fanmeilenbesucher und der in der Nähe befindlichen Botschaften der Vereinigten Staaten, Großbritanniens, und Frankreichs. Die Beamten lösten einen größeren Einsatz aus, um sicherzugehen, dass es sich nicht um eine gebastelte Bombe handelt. S., der sich am Mittwoch beim Tagesspiegel meldete, kann nicht verstehen, wie er so zu einem Terrorverdächtigen wurde. „Man kann doch erkennen, dass das ein Pedelec ist“, sagt S.

Der Radfahrer wollte laut Polizei "durchbrechen"

Die Beamten sahen das anders. Laut Protokoll hat der 46-Jährige versucht, ohne Kontrolle am Einlassposten durchzubrechen. Dabei muss sich jeder Besucher an der Fanmeile kontrollieren lassen. Der Mann wurde von Polizisten festgehalten. Polizeifahrzeuge schirmten das Rad ab; es wurde ein Sperrkreis von 50 Metern gezogen. Die Beamten räumten zwei Stände.

Kriminaltechniker wurden angefordert, um die suspekte Metallflasche zu untersuchen. Sie stellten fest, dass es sich dabei in der Tat um einen Akku für den Fahrradantrieb handelte.

Berlin fährt Rad
Mobike-Knäuel in Mitte. Der Ärger über wild herumstehende Leihfahrräder ist offenbar gewachsen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 429Foto: Leonhard Fricke
31.08.2018 10:51Mobike-Knäuel in Mitte. Der Ärger über wild herumstehende Leihfahrräder ist offenbar gewachsen.

„Weder meine Erklärungen von der Funktionsweise noch mein Einwand, dass dies ein Fahrrad und kein Panzer sei, retten das Fahrrad vor der Demontage und den Fahrradakku vor der gewaltsamen Zerstörung mit der Wasserkanone“, sagt S.. Das Rad sei einbehalten worden. Zu diesen Angaben konnte die Polizeipressestelle nichts sagen. Gegen S. stellten die Beamten am Dienstag eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, das zumindest steht fest.

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