Berliner Flughäfen : „Noch nicht gut genug“

Der Flughafen-Aufsichtsrat tagt seit Freitagvormittag in Tegel. Es geht auch um die BER-Erweiterung.

Rainer Bretschneider (r), Aufsichtsratschef der Flughafen-Gesellschaft, und Engelbert Lütke Daldrup, Berliner Flughafenchef.
Rainer Bretschneider (r), Aufsichtsratschef der Flughafen-Gesellschaft, und Engelbert Lütke Daldrup, Berliner Flughafenchef.Foto: dpa

Der BER-Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider erwartet keine Turbulenzen, sondern eine „intensive Arbeitssitzung“. Denn am heutigen Freitag tagt das Kontrollgremium zum dritten Mal in diesem Jahr, wie üblich in Tegel. Und natürlich steht die Lage auf der Baustelle des künftigen Hauptstadtflughafens im Mittelpunkt, das Ringen um den Start 2020.

„Der TÜV Rheinland wird wieder dabei sein und uns seine Einschätzung geben“, sagte Bretschneider am Donnerstag dem Tagesspiegel. Die jüngsten Negativ-Meldungen um Rückstände bei Brandmeldeanlage, Dübelprobleme und Mängel an den Kabeltrassen wollte Bretschneider nicht kommentieren. „Wir befassen uns mit der Sachlage, nicht mit vorschnellen Schlagzeilen.“

Auf der Agenda hat der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB), die seit 2006 den BER baut, im Kerngeschäft aber die Alt-Flughäfen Tegel und Schönefeld betreibt, nicht allein die Bauprobleme. Laut Bretschneider werden Themen auch die Vorbereitung des ORAT-Betriebes sein, also der konkreten Abläufe für die Inbetriebnahme. Und es geht um die Finanzen. „Wir beschäftigen uns auch mit dem Jahresabschluss 2018.“ Der sehe, in Bezug auf den Betrieb der Flughäfen, sehr gut aus. Die Einnahmeentwicklung sei erfreulich, eine Folge steigender Passagierzahlen trotz der Insolvenz von Air Berlin. Es reiche aber nicht, um die Kosten für den Bau des neuen Airports auszugleichen.

Hinzu kommt das nächste große Terminal (T3), das nach der BER-Eröffnung bis 2024 für 18 Millionen Passagiere in Schönefeld gebaut werden soll. Um die Erweiterungen zu managen, will Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup schon seit Längerem eine neue FBB-Projektgesellschaft installieren. „Das wird nun konkreter. Die Gründung einer Projektgesellschaft steht auf der Tagesordnung“, sagte Bretschneider. Man sei auf einem sehr guten Weg für eine eigenständige Bauorganisation. Denn beim Bauen, so der Chefaufseher, „sind wir zwar schon besser geworden. Aber immer noch nicht gut genug“.

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