• Berliner tragen weniger Mund-Nasen-Schutz: Hört auf zu trödeln – und setzt endlich die Maskenpflicht durch!
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Berliner tragen weniger Mund-Nasen-Schutz : Hört auf zu trödeln – und setzt endlich die Maskenpflicht durch!

Der Senat streitet schon viel zu lange darüber, wie die Maskenpflicht in Bus und Bahn durchgesetzt werden soll. Jetzt ist Zeit zu handeln. Ein Kommentar.

Eine Frau mit Mundschutz ist im U-Bahnhof Turmstraße in einer U-Bahn zu sehen. In Berlin gilt im öffentlichen Nahverkehr zur Eindämmung des Coronavirus die Pflicht für das Tragen einer Bedeckung von Mund und Nase.
Eine Frau mit Mundschutz ist im U-Bahnhof Turmstraße in einer U-Bahn zu sehen. In Berlin gilt im öffentlichen Nahverkehr zur...Foto: picture alliance/dpa

Seit Wochen diskutieren die rot-rot-grünen Senatoren regelmäßig über Lockerungen der Kontaktbeschränkungen und über die Maskenpflicht. Erst trödelte Berlin hinterher und führte als letztes Bundesland  Ende April eine Maskenpflicht für den Einzelhandel ein. Nun zögert der Senat erneut, ein Bußgeld bei Nichttragens einer Maske im ÖPNV, Einzelhandel oder in der Gastronomie einzuführen. Das ist unverantwortlich.

Nur mit einem Bußgeld haben BVG-Sicherheitsleute und die Polizei eine rechtliche Handhabe, die Maskenpflicht zu kontrollieren und sie auch durchzusetzen. Die Zahlen der BVG belegen, dass nur noch zwei von drei Berlinern in der U-Bahn Maske tragen

Und allerorts sieht man in Geschäften und Supermärkten Maskenmuffel, die sich nicht darum scheren, dass sie durch dieses unverantwortliche Handeln ältere und kranke Mitbürger gefährden können. Darauf angesprochen, reagieren viele aggressiv und nicht einsichtig.

Die Zahlen belegen die Notwendigkeit, schnell ein Bußgeld einzuführen muss: Die erste Corona-Ampel stand am Mittwoch in Berlin auf Rot. Die wichtige Reproduktionszahl, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter anstecken kann, lag dreimal hintereinander über der kritischen Marke von 1,2. Am Donnerstagabend meldete die Gesundheitsverwaltung, dass die Ampel wieder Grün zeigt. Doch die Zahl der Neuinfektionen steigt kontinuierlich. Am Donnerstag kamen 128 Neuinfektionen im Vergleich zum Mittwoch hinzu. So viele wie seit dem 15. April nicht mehr, da waren es 134.

Seriöse Virologen wie Christian Drosten warnen davor, Lockerungen in der Hauptstadt ohne eine strenge Schutzmaskenpflicht zu begleiten.

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Der Senat muss verantwortlich gegenüber den Bürgern handeln und am kommenden Dienstag auf seiner nächsten Sitzung ein Bußgeld bei Verletzung der Maskenpflicht beschließen. Für ideologische Spielchen ist gerade nicht die Zeit. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Experten warnen vor einer zweiten Welle im September. Und wäre das Virus grün-rot gesprenkelt sichtbar in der Luft, würden sich die ganzen wirren Verschwörungstheoretiker und rechte Populisten schnell in häusliche Quarantäne flüchten. 

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