Beschäftigte fordern Tariflohn : Warnstreik bei Charité-Tochterfirma CFM

Nach Millionenverlusten durch die Coronavirus-Pandemie streiken Beschäftigte an der Charité. Es geht um die Niedriglohn-Tochter der Hochschulklinik.

Arbeitskampf an der Charité. Seit 2006 (wie auf dem Bild gezeigt) gab es mehrere Streiks an Berlins Universitätsklinik.
Arbeitskampf an der Charité. Seit 2006 (wie auf dem Bild gezeigt) gab es mehrere Streiks an Berlins Universitätsklinik.Steffen Kugler/dpa

Beschäftigte der Charité-Tochterfirma CFM sind am Montag in den Ausstand getreten. Bis Donnerstag wollen die in Verdi organisierten CFM-Mitarbeiter streiken: Die Gewerkschaft fordert für die fast 2500 Wachleute, Reinigungskräfte und Transportmitarbeiter der CFM jene Löhne, die auch in den Stammhäusern der landeseigenen Universitätsklinik gezahlt werden.

Dort gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, was bis zu 300 Euro Brutto mehr für einen Vollzeitmitarbeiter bedeutet. Wegen der Pandemie werde beim CFM-Warnstreik auf öffentliche Aktionen verzichtet, teilte Verdi mit. Die Versorgung von Patienten, von denen es an der Charité pandemiebedingt ohnehin weniger gibt, ist vorerst nicht beeinträchtigt.

CFM-Kollegen demonstrieren im Juni 2020 vor dem Sitz der Senatsgesundheitsverwaltung.
CFM-Kollegen demonstrieren im Juni 2020 vor dem Sitz der Senatsgesundheitsverwaltung.Hannes Heine

Die Charité verzeichnet wegen leerer Covid-19-Reservebetten derzeit massive Verluste. Dazu kommen Fragen zur umstrittenen Finanzierung der Krankenhäuser in Deutschland: Für Bauten und Technik der wichtigsten Kliniken sind die Bundesländer zuständig, Arzneien und Personal werden von den Krankenkassen vergütet.

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Die Länder haben jahrelang an Investitionen gespart, die Versicherungen zahlen fixe Sätze pro Diagnose und Patient, die den tatsächlichen Aufwand der Versorgung oft nicht decken. In die Charité wird inzwischen aber sowohl vom Senat als auch vom Bund mit Blick auf die "Gesundheitsstadt 2030" deutlich mehr investiert.

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