
© André Görke
Berliner Traditionsgeschäft „Schuh Ega“: Das Werbeschild ist weg – zurück bleibt eine graue Fassade
Am Marktplatz in der Altstadt von Berlin-Spandau ist ein bekanntes Traditionsgeschäft ausgezogen. Die Fassade sieht jetzt noch ein Stück trister aus.
Stand:
Der Tag ist gekommen in der Altstadt von Berlin-Spandau: Das bekannte Traditionsgeschäft „Ega“ ist Geschichte. Die blau-weißen Schilder an der Fassade des Schuhladens sind abgeschraubt. Jetzt sieht das Haus mit dem abgeplatzten Putz noch trister aus.
Das Foto oben hat der Spandau-Newsletter des Tagesspiegels am Wochenende am Marktplatz in der Altstadt gemacht. Und hier unten ein Foto, als die Schilder noch hingen in Berlins größter Fußgängerzone und die Schaufenster gefüllt waren.

© André Görke
Ega. Die drei Buchstaben standen für Erwin Gallip, den Gründer des Schuhhauses, das vor bald 100 Jahren in Brandenburg an der Havel gegründet worden ist und nach dem Krieg nach Berlin-Spandau an den Marktplatz zog. Doch der Handel hat sich verändert, viele Kunden kaufen lieber im Internet ein statt in der Altstadt. Zuvor waren bereits die Ega-Filialen in anderen Städten geschlossen worden.
Das Aus hatte sich lange angekündigt. Im April 2025 hatte der Tagesspiegel über das Ega-Aus in Spandau berichtet und dazu auch Bürgermeister und Wirtschaftsstadtrat Frank Bewig, CDU, befragt: mehr hier im Tagesspiegel.
Die bekannte Kinderrutsche in Form eines roten Elefanten (stand 60 Jahre im 1. Stock bei Ega) wurde im November an eine Kita in Hakenfelde verschenkt: mehr hier im Tagesspiegel.

© Schuhaus Ega
Ob es neue Mieter am Marktplatz gibt, ist bislang unbekannt. Es soll Gespräche und Interessenten geben. Im Dezember hatte Stadtrat Gregor Kempert im Tagesspiegel seine Ideen für die Filiale und die Altstadt genannt. Er ist der Bürgermeisterkandidat der SPD: mehr hier im Tagesspiegel.

© André Görke
Das Geschäftshaus, das seit 1930 so prominent am Marktplatz steht, ist knapp 100 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz. Früher befand sich darin die Zentrale der „Spandauer Bank“, die später in der Berliner Volksbank aufging.
Früher stand an der Stelle das Spandauer Rathaus
Zuvor hatte sich auf dem Grundstück eine noch viel wichtigere Adresse der eigenständigen Stadt Spandau befunden: das alte Rathaus. Daran erinnert auch eine Geschichtstafel an der Fassade. „Auf dem Grundstück der Berliner Volksbank hat seit dem Mittelalter das Spandauer Rathaus gestanden. In den Befreiungskriegen 1813 zerstört und 1818 neu errichtet, fiel der Bau 1929 dem Abriss zum Opfer.“ Das heutige Rathaus am ICE-Bahnhof wurde 1913 in Betrieb genommen.
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