Einstiger Verschiebebahnhof der Siemens-Güterbahn : Keine Ideen für Brache in Haselhorst

Seit Jahren sind die Gleisanlagen im Osten von Spandau ungenutzt. Neue Pläne für das Areal gibt es bisher nicht.

Die Gleise in der Mitte der Nonnendammallee enden im Nichts.
Die Gleise in der Mitte der Nonnendammallee enden im Nichts.Foto: During

Zwischen Gartenfelder- und Paulsternstraße in Haselhorst ist der Mittelstreifen der Nonnendammallee besonders breit. Auf dem brachliegenden Freigelände liegen mehrere Eisenbahngleise, über die schon lange keine Züge mehr rollen. Anwohner wundern sich, warum mit dem Gelände nichts geschieht. Bereits 1908 hatten die neu entstehenden Werke in der Siemensstadt einen eigenen Bahnanschluss erhalten. Die Siemens-Güterbahn entstand als Anschluss an die bereits 16 Jahre zuvor eingerichtete Militärbahn, mit der die umliegenden Rüstungsfabriken vom damaligen Hamburger Bahnhof (heute Stresow) erschlossen wurden. In der Mitte der Nonnendammallee entstand der Verschiebebahnhof. Nachdem die militärische Nutzung eingestellt wurde, verschmolzen die beiden Bahnen miteinander. Über den Bahnhof wurden unter anderem - entlang der Daumstraße – die Tanklager am Salzhof und – entlang der Paulsternstraße – die Siemens-Hausgeräte - und Kabelwerke auf der Insel Gartenfeld angebunden. 1988 übernahm die Rhenus WTAG die Siemens-Güterbahn.

Siemens besitzt seit 110 Jahren das Nutzungsrecht

Heute sind die Tanklager abgerissen, die Gartenfelder Werke geschlossen. Der Bahnbetrieb ist längst stillgelegt, doch die Gleise sind nach wie vor vorhanden, auf der Mittelinsel tut sich nichts. Das Gelände gehört dem Land Berlin, der Konzern hat seit 1907 das vertraglich verbriefte Nutzungsrecht, so ein Firmensprecher. Obwohl das Unternehmen damit auch die Verkehrssicherungspflicht für das offen zugängliche Areal hat sieht man keine Dringlichkeit, am jetzigen Zustand etwas zu ändern.

„Es gab mal Überlegungen, das Gelände als Hundeauslaufgebiet oder als Festplatz zu nutzen“, sagt Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD). Daraus geworden ist aber nichts, obwohl mit der zunehmenden Bebauung kaum noch Freigelände für Rummelplätze oder Zirkus-Gastspiele im Bezirk zur Verfügung stehen. Für eine Büro- oder gar Wohnbebauung gilt der von den beiden Fahrbahnen der stark befahrenen Nonnendammallee umgebene Mittelstreifen als ungeeignet.

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