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Die Schaufensterfront der Woolworth Filiale in der Altstadt von Berlin-Spandau

© Olivia Grobosch

Nach Explosion in der Silvesternacht: Woolworth-Filiale in Berlin-Spandau bleibt zunächst geschlossen

Eine Kugelbombe explodiert in der Silvesternacht auf dem Markt in Berlin-Spandau – und startet eine Kettenreaktion. Eindrücke des Unfalls zwei Tage nach der Explosion.

Von Olivia Grobosch

Stand:

In der Silvesternacht wurde eine Woolworth-Filiale am Markt in der Altstadt Spandau beschädigt. Die Situation war gegen 0.40 Uhr eskaliert, als eine sogenannte Kugelbombe gezündet wurde.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei begann alles auf dem Marktplatz. Dort kippte eine Pyrotechnikbatterie um. Durch das unkontrollierte Abfeuern der Feuerwerkskörper wurde offenbar ein von Unbekannten illegal angelegtes Pyrotechnikdepot entzündet.

Durch die Druckwelle der Explosion wurde die Schaufenster der Woolworth-Filiale teilweise zerstört. Glassplitter lagen am Morgen des 1. Januars auf dem Gehweg. Zudem kam es im Inneren der Filiale zu einem Brand, ausgelöst von Funken der Pyrotechnik, die in das Gebäude eindrangen.

Laut Polizeibericht konnte Schlimmeres verhindert werden: Ein aufmerksamer Zeuge löschte den Brand mit einem Feuerlöscher. Nach Angaben der Einsatzkräfte gab es keine Schwerverletzten: Ein kleines Mädchen erlitt eine leichte Handverletzung, die als harmlos eingestuft und vor Ort versorgt werden konnte.

Am Freitagvormittag ist der Bereich rund um die Filiale bereits vollständig gereinigt. Von den Spuren der Silvesternacht ist äußerlich kaum noch etwas zu sehen. Die Woolworth-Filiale wirkt nicht mehr zerstört, der Gehweg ist sauber. Die einzigen sichtbaren Spuren des Vorfalls sind Absperrbänder sowie provisorisch angebrachte Holzbalken an den beschädigten Schaufenstern. Zu sehen ist: Die Filiale bleibt zu.

Das Schaufenster der Filiale abgeklebt und provisorisch versorgt.

© Olivia Grobosch

Der Knall der Explosion war in der Silvesternacht weit über den unmittelbaren Tatort hinaus zu hören. Auch Marie Noack (63), Anwohnerin der Altstadt, nahm das Geräusch wahr. „Ich war an Silvester mit meinem Mann zu Hause. Obwohl ich eine Straße weiter wohne, hat man den Knall gehört“, berichtete sie.

Zunächst maß sie dem Lärm keine große Bedeutung bei: „Ich dachte mir nichts Großes dabei, weil es ja ohnehin stark knallt an Silvester.“ Erst als sie später vor dem zerstörten Schaufenster der Woolworth-Filiale stand und den Laden nicht betreten konnte, sei ihr das Ausmaß bewusst geworden. Für Noack steht fest: „Ich bin für ein Böllerverbot, das kann so nicht weitergehen.“

Auch Torsten Winter (71) zeigt sich entsetzt über die Zerstörung. Er kauft nach eigenen Angaben regelmäßig in der Spandauer Altstadt ein. „Ich komme hier schon immer her und hoffe, dass der Woolworth bald wieder eröffnet“, sagt er. Das laute Feuerwerk rund um den Jahreswechsel empfindet er seit Jahren als belastend. „Dieses Gekrache an Silvester ist furchtbar.“ Besonders schockiert ihn die Information, dass offenbar eine illegale Kugelbombe gezündet wurde.

Wann das Woolworth-Kaufhaus wieder öffnet, ist laut der Pressestelle des Unternehmens noch nicht bekannt.

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