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Der Platz rund um die Kirche St. Nikolai wurde bereits erneuert. Auf der zentralen Bummelmeile allerdings ist noch das alte Pflaster geblieben.

© André Görke

„Wir würdigen ihr Leben“: Spandau erinnert an mehr als 130 einsam Gestorbene

Wenn jemand allein stirbt und kein Geld da ist, übernimmt der Staat die Beerdigung. Einmal im Jahr erinnert die Stadtgesellschaft von Spandau an diese Menschen in der Altstadtkirche St. Nikolai.

Stand:

Der evangelische Kirchenkreis Spandau um Florian Kunz (40.000 Mitglieder) und das Gesundheitsamt um Stadträtin Tanja Franzke, CDU, laden die Spandauer Stadtgesellschaft am 25. Januar, 17 Uhr, zur Gedenkfeier in die Altstadtkirche St. Nikolai. Dann wird an jene Menschen erinnert, die vom Staat beerdigt werden mussten, weil sonst keiner anderer da war.

Ordnungsbehördlich bestattet, wie es im Fachjargon heißt, wurden im vergangenen Jahr 134 Spandauerinnen und Spandauer. Das teilte das Gesundheitsamt auf Nachfrage dem Tagesspiegel mit.


Tagesspiegel-Bilder aus der Kirche St. Nikolai

Kirche St. Nikolai in Berlin Spandau Carl-Schurz-Straße mit Innenraum Orgel Kinderkapelle und der Tafel mit allen Pfarrerinnen und Pfarrern
Blick ins Kirchenschiff zum Altar.

© André Görke

Kirche St. Nikolai in Berlin Spandau Carl-Schurz-Straße mit Innenraum Orgel Kinderkapelle und der Tafel mit allen Pfarrerinnen und Pfarrern
Blick auf die gewaltige Orgel.

© André Görke

Kirche St. Nikolai in Berlin Spandau Carl-Schurz-Straße mit Innenraum Orgel Kinderkapelle und der Tafel mit allen Pfarrerinnen und Pfarrern
Auch eine Kinderkapelle gibt es.

© André Görke

Kirche St. Nikolai in Berlin Spandau Carl-Schurz-Straße mit Innenraum Orgel Kinderkapelle und der Tafel mit allen Pfarrerinnen und Pfarrern
Die Namen der Pfarrerinnen und Pfarrer sind auf einer Tafel hinter dem Altar zu finden.

© André Görke

Aus Anlass des 350. Jahrestages wurde von der Spandauer Bürgerschaft 1889 das Denkmal Kurfürst Joachim II vor dem Kirchenportal der St.-Nikolai-Kirche errichtet
Blick nach draußen in die Fußgängerzone. Aus Anlass des 350. Jahrestages wurde von der Spandauer Bürgerschaft 1889 das Denkmal Kurfürst Joachim II vor dem Kirchenportal errichtet.

© André Görke


„Die Veranstaltung soll ihr Leben und ihre Bedeutung für die Gemeinschaft würdigen“, heißt es in der Einladung aus dem Rathaus. „Alle Spandauer Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, gemeinsam der Verstorbenen ohne Angehörige des vergangenen Jahres zu gedenken.“ Es besteht zudem die Möglichkeit, Blumen mitzubringen oder persönliche Gegenstände auf den Stufen des Altarraums abzulegen.

Wenn Menschen ohne Angehörige sterben und keine Person die Beerdigung finanzieren und organisieren kann, kümmert sich das Gesundheitsamt um die „ordnungsbehördliche Bestattung“. Diese erfolge in der Regel ohne Trauerfeier und in einem anonymen Grab, erklärt das Rathaus Spandau. Zuständig ist das Gesundheitsamt, indem der Tote oder die Tote den letzten Wohnsitz hatte.

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