Busse in Berlin : Neuer BVG-Doppeldecker: Fast wie im Cabrio

Die BVG hat einen Doppeldecker umgebaut. Der "Innovationsbus" hat Dachfenster, W-Lan und noch vieles mehr. 

Ausguck. Im Test-Doppeldecker geht der Blick himmelwärts.
Ausguck. Im Test-Doppeldecker geht der Blick himmelwärts.Foto: BVG/Oliver Lang

Was für ein Bus. Im neuesten Doppeldecker der BVG können sich Fahrgäste fast wie in einem Cabrio fühlen: mit freiem Blick nach oben zum Himmel. Im Dach sind erstmals Fenster eingebaut. Und auch sonst haben sich die Techniker der BVG so einiges einfallen lassen für ihren neuen „Innovationsbus“, der vom heutigen Dienstag an vorwiegend auf der Linie 100 (Zoo – Alexanderplatz) fahren soll.

Der Doppeldecker aus dem BVG-Bestand war 2016 bei einer Leerfahrt unter einer zu niedrigen Brücke stecken geblieben und hatte dabei sein komplettes Oberdeck eingebüßt. Beim Wiederaufbau im Betriebshof Lichtenberg wollten die Techniker nach Angaben von Bus-Chef Torsten Mareck dann mal alles ausprobieren, was für eine künftige Fahrzeug-Generation sinnvoll sein könnte.

Leselampen und USB-Ladebuchsen

Im Oberdeck gibt es so außer den Panoramafenstern eine tageszeitgesteuerte Beleuchtung mit unterschiedlichen Lichtfarben, Leselampen an den Sitzen und im hinteren Bereich USB-Ladebuchsen. Da ist Gratis-W-Lan an Bord schon fast selbstverständlich. Wer nach oben will, weiß auch schon unten, wie viele Plätze noch frei sind – per Monitor. Diesen Service gab es auch bereits schon in anderen Test-Doppeldeckern der BVG.

LEDs beleuchten die Treppen, auch an den Türen gibt es Extra-Licht. Auf großen Monitoren erscheinen neben den üblichen Fahrgastinformationen Nachrichten, Wetterberichte und weitere Infos, teilte die BVG mit.

Auch an die Fahrer haben die Kollegen in der Werkstatt gedacht: Eine 270-Grad-Kameraansicht für das Heck zeigt dem Fahrer, wie der Bus bei Kurvenfahrten ausschwenkt. Die Türen haben eine automatische Schließwarnanlage; ähnlich wie bei der U-Bahn. Und die oft erforderliche Bitte, den Türbereich für das Schließen frei zu machen, erfolgt auf Knopfdruck in Deutsch und Englisch.

Der Test soll nach Marecks Angaben zeigen, was sinnvoll und wirtschaftlich möglich ist, um das Fahren angenehmer zu machen. Auch Fahrgäste sollen dazu mehrfach befragt werden.

Was dann tatsächlich in die neuen Doppeldecker der nächsten Generation eingebaut wird, soll der Test ergeben. Die BVG bereitet, wie berichtet, eine Bestellung vor. Da der Bus in der eigenen Werkstatt umgebaut worden ist, könne man die Kosten nicht beziffern, sagte Sprecher Markus Falkner.

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