Cem Özdemir zum „Fusion“-Streit : „Wozu Hunderte Polizisten und Räumpanzer?“

Grünen-Bundespolitiker Cem Özdemir fragt im Tagesspiegel-Kurzinterview, ob der geplante Großeinsatz auf dem „Fusion“-Festival nur der Sicherheit dienen soll.

Grünen-Bundespolitiker Cem Özdemir über den geplanten Großeinsatz auf dem "Fusion"-Festival
Grünen-Bundespolitiker Cem Özdemir über den geplanten Großeinsatz auf dem "Fusion"-FestivalFoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Herr Özdemir, Sie haben angekündigt, zur „Fusion“ gehen zu wollen. Mögen Sie Camping, Techno und Ekstase?

Ich mag friedliches Feiern. Tatsächlich verbringe ich freie Tage gelegentlich mit meinen Kindern und Freunden in der Nähe des „Fusion“-Geländes auf einem Ferienhof. Ob ich nun noch Karten für die „Fusion“ bekomme, ist fraglich.

Es gab Kritik am dort geplanten Polizeieinsatz. Sind solche Einsätze nicht üblich – gerade nach der Love Parade in Duisburg?

Sicherheit muss sein, gerade bei Großereignissen. Bislang haben sich Polizeiführung und Organisatoren immer einvernehmlich verständigt, wie Musik, Kultur, Spaß und Sicherheit zusammengeführt werden können.

Wenn das örtliche Polizeipräsidium allerdings vor Monaten eine Bachelor-Arbeit an der Polizeifachhochschule Güstrow anregt, die Möglichkeiten für polizeiliches Einschreiten aufzeigen soll und ausgerechnet ein wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilter Dozent und Ex-AfD-Mitglied sich darum kümmern soll, dann stellen sich Fragen, worum es eigentlich geht. Übernachtungsplätze für hunderte Polizisten und Räumpanzer, erwecken den Eindruck, dass es nicht darum geht, die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten.

Was denn?

Innenminister Lorenz Caffier, CDU, sollte umgehend dafür sorgen, dass die Ausbildung der Polizei von Leuten vorgenommen wird, bei denen kein Zweifel daran besteht, dass sie mit beiden Beinen auf dem Boden unseres deutschen Grundgesetzes stehen. Wir wollen keine österreichischen Verhältnisse bei uns.

Cem Özdemir ist Ex-Parteichef der Grünen. Der 53 Jahre alte Bundestagsabgeordnete lebt mit seiner Familie in Berlin.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar