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Wahrzeichen im Berliner Südwesten: Der Bierpinsel in Berlin-Steglitz.
© Anett Kirchner

Wahrzeichen in Berlin-Steglitz: Der Bierpinsel ist verkauft – und wird am Wochenende zum Kulturort

Das Gebäude soll künftig für Büros, Events und Gastro genutzt werden. Am Wochenende veranstalten Kulturschaffende dort ein Performance- und Musikprogramm.

Von Corinna von Bodisco

Der seit 2006 leer stehende Bierpinsel in Berlin-Steglitz ist verkauft worden. Das berichtet die "Berliner Morgenpost". Axel Bering, der Geschäftsführer der Schlossturm GmbH, sagte der Zeitung, dass der neue Eigentümer die Immoma-Gruppe sei.

Laut Immoma-Geschäftsführer Götz Fluck soll der Bierpinsel zum Teil zur Bürofläche werden. Es sei aber auch im Erdgeschoss ein öffentlicher Bereich für Events und Gastronomie geplant. In zwei Jahren sollen Umbauarbeiten starten; bis dahin schwebt dem Geschäftsführer Zwischennutzungen vor.

Könnte der neue Besitzer das ehrwürdige Wahrzeichen Steglitz-Zehlendorfs wieder zu altem Glanz verhelfen? Auf der Website der Immoma erklärt das Finanzunternehmen, dass sein Fokus auf "entwicklungsfähigen Objekten, bei denen beispielsweise eine schwierige oder unklare Rechtslage, ein suboptimaler Vermietungsstand und/oder eine unzeitgemäße Bausubstanz mit Instandhaltungsrückstau vorhanden sind", liege.

Das scheint auf den Bierpinsel zuzutreffen. "Wir fangen dort mit der Arbeit an, wo andere aufhören und nutzen unsere Intuition für eine erfolgreiche Wertentwicklung", heißt es weiter. Am Ende muss der ehemalig rote Turm Gewinn abwerfen.

Am kommenden Wochenende werden die Lichter im Bierpinsel hell leuchten: Die Kulturinitiative "Disappearing Berlin" und das Reference Festival veranstalten am Samstag und Sonntag, 18. und 19. September, jeweils zwischen 14 und 22 Uhr ein Kunst-, Performance- und Musikspektakel auf allen drei Etagen. Video- und Kunstinstallationen werden zu sehen sein, der Sender Radio Acoma sendet live aus dem Turm, DJs legen auf.

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Die Kunstaktion ist öffentlich; anmelden kann man sich online auf www.disappearingberlin.de. Als Tipp: Die animierte Programmvorschau auf der Internetseite gibt einen grandiosen Überblick über die bisherigen "Gesichter" des Bierpinsels – vom eingehausten Bau über die rote Urform bis zur bunten Kunstobjekt.

Disappearing Berlin ist eine vom Verein Schinkel Pavillon initiierte Performance- und Musikreihe, die auf die Potenziale der Stadt im Wandel aufmerksam machen soll. "Ikonische und vom Verschwinden bedrohte Architekturen und Räume werden temporär besetzt und durch performative und musikalische Interventionen neu inszeniert", erklärt der Verein auf seiner Website.

"Bevor der Bierpinsel umgebaut wird, wollten wir unbedingt noch einmal rein und ihn als kulturellen Ort für die Berliner Öffentlichkeit erlebbar machen", sagte Marie-Therese Bruglacher von Disappearing Berlin der "Morgenpost". Die Zusammenarbeit mit dem neuen Eigentümer sei "hervorragend" gewesen.

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