zum Hauptinhalt
Wir bauen einen Chronometer. Minute für Minute, einen ganzen Tag lang, wurde die Holzuhr umgebaut und dabei gefilmt.

© Formanek/Datenstrudel

Kunstperformance "Standard Time": Die Welt tickt im Rhythmus Berlins

Der Künstler Mark Formanek ließ Arbeiter eine Digitaluhr aus Latten errichten und Minute für Minute umbauen. Als Film auf DVD wurde die Performance zur Uhr.

Was wären wir ohne den Fernsehturm, diesen Anker in der dahinrauschenden Zeit. Mag auch Berlin wieder und wieder umgekrempelt werden – an dem Riesenstängel kann man sich orientieren. Und so ist es nur gut, dass die Macher der hölzernen Digitaluhr „Standard Time“ ihn mit ins Bild rückten, als sie vor Jahren darangingen, sich die Zeit aus Holzlatten und anderen Baumarkt-Utensilien selbst zu bauen. Vieles hat sich auf der Brache hinter der Bundesdruckerei, an der Grenze zwischen Kreuzberg und Mitte, seither getan, neue Häuser sind hochgezogen worden, vom Turm sieht man dort nur noch die Spitze. Aber da ist er noch.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

„Standard Time“ – das war eine Idee des Berliner Künstlers Mark Formanek, umgesetzt durch die Medienagentur Datenstrudel: Auf der Brache, mit den Plattenbauten der Fischerinsel als fernem und dem Fernsehturm als noch fernerem Hintergrund, schufen 70 Arbeiter, eingeteilt in 18er Teams und immer sechs für eine Ziffer, synchron zur Tageszeit eine vier mal zwölf Meter große Uhr, bauten sie nach jeder Minute um, 1611 Mal in 24 Stunden. Das ging nur nach exaktem Plan, trotzdem gab es Ungenauigkeiten: Der Mensch ist kein Uhrwerk.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Das Ganze wurde gefilmt, als eine „auf Film festgehaltene Performance“, wie Formanek es beschreibt, der darin „weit mehr als das Abbild einer Aktion, nicht schlichtes Dokument von Vergangenem“ sieht, sondern auch etwas sehr Nützliches: „eine Uhr“. Denn „Standard Time“ gibt es längst auf DVD und App zu kaufen: Synchronisiert mit der Uhr in Computer, iPhone oder iPad wird so der Film in Endlosschleife selbst zur Uhr. Das fanden einige Museen auf dem Globus so toll, das sie „Standard Time“ in ihre Kollektion aufnahmen. Die Welt, die im Rhythmus Berlins tickt – so soll es sein.

Erhältlich ist „Standard Time“ als DVD für 29,90 Euro wie auch als App für iPad und iPhone. Weitere Infos unter www.standard-time.com

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
true
isPaid:
showPaywallPiano:
false