Duell um den Berliner Landesvorsitz : Kandidatur Wegners trifft in CDU auf Zustimmung

Seit 2005 ist Kai Wegner Vorsitzender der CDU-Spandau, nun greift er nach dem Landesvorsitz, den Monika Grütters innehat. Insider sind wenig überrascht.

Kai Wegner sagt "Ja" zum Landesvorsitz der CDU in Berlin. Das Bild entstand im Rahmen einer Kampagne für die "Ehe für alle".
Kai Wegner sagt "Ja" zum Landesvorsitz der CDU in Berlin. Das Bild entstand im Rahmen einer Kampagne für die "Ehe für alle".Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die Kandidatur des CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Wegner für den Posten des Landesvorsitzenden seiner Partei trifft auf Zustimmung. Neben einzelnen Kreisvorsitzenden äußerte sich auch Uwe Schmidt, Vorsitzender der Senioren Union in Berlin, zur Berichterstattung des Tagesspiegel-Checkpoint anlässlich einer möglichen Kampfkandidatur um den Landesvorsitz. Schmidt zeigte sich wenig überrascht von der Kandidatur Wegners und erklärte: "Wir sind halt eine lebendige Partei."

Kreischef: Kandidatur war "absehbar"

Nach den Erfolgsaussichten des zuletzt zum siebten Mal infolge zum CDU-Kreisvorsitzenden in Spandau gewählten Wegner sagte Schmidt: "Ich glaube, dass er nicht allzu schlechte Chancen hat." Er halte Wegner für einen ebenso guten Kandidaten wie Monika Grütters, erklärte Schmidt weiter.

Das schwierige Verhältnis der beiden zueinander ist innerhalb der Partei bekannt. Ein inniger Plausch der beiden am Rande einer vor knapp einer Woche veranstalteten Regionalkonferenz zur Erarbeitung des CDU-Grundsatzprogramms hatten Beobachter deshalb mit Erstaunen zur Kenntnis genommen.

Während Wegner selbst jedes Statement zu seiner Kandidatur abgelehnt hatte und auch dessen Umfeld schwieg, äußerten sich mehrere CDU-Kreisvorsitzende zu dem Thema. Einer von ihnen erklärte, die Kandidatur Wegners sei "absehbar" gewesen. Grütters habe vor allem mit ihrer Abwesenheit in der Fraktion viele gegen sich aufgebracht. Grundsätzlich habe die Landesvorsitzende zu wenig Leidenschaft für die Berliner Landespolitik gezeigt, was ihr viele - neben dem Vorgehen bei der Entlassung des Gedenkstättenleiters Hubertus Knabe - übel genommen hatten.

Wahl der Delegierten

Der Landesparteitag der CDU findet am 18. Mai statt. Treten Monika Grütters und ihr bisheriger Stellvertreter Kai Wegner für den Posten des Landesvorsitzenden an, gibt es eine Kampfkandidatur. Da bis dahin mit Ausnahme von Reinickendorf, Spandau und Treptow-Köpenick noch neun Kreisverbände Vorstandswahlen abhalten, dürften die kommenden Wochen spannend werden. Neben den Vorstandswahlen entscheiden die Kreisparteitage auch über die Delegiertenlisten für den Landesparteitag.

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